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Gitarrenkauf für Anfänger
Auch für Anfänger ist es wichtig, auf einer Gitarre zu üben, die sich ohne übergroße Anstrengungen spielen läßt (flache Seitenlage, Nylonsaiten), sauber klingt und ein gewisses Volumen erzeugen kann (massive Decke). Leider wird oft der Fehler gemacht, am ersten Instrument zu sparen, obwohl gerade die erste Zeit für den Aufbau von Motivation wichtig ist. Eine Gitarre von akzeptabler Brauchbarkeit bekommt man neu nicht unter 300€. z.B ADMIRA Flamenco oder YAMAHA CGF-171. Es sollte bedacht werden, daß eine gute Gitarre auch einen beständigen Wert darstellt, und daß man gute Instrumente auch noch nach Jahren ohne großen Verlust verkaufen kann. (Daher sollte die Gitarre auch pfleglich behandelt werden.) Bedenken Sie, daß eine Gitarre ein sehr preisgünstiges Instrument ist - nicht nur verglichen mit Klavieren oder Saxophonen.
Auf Wandergitarren, Westerngitarren oder halbakkustischen Elektrogitarren kann man allerdings nicht Flamenco spielen. Verlangen Sie deshalb immer eine "Flamencogitarre"!
Zubehör
Neben dem Deckenschoner (span. golpeador) gehört auch der Kapodaster (span. cejilla) zu den Gegenständen, die sofort mit dem Flamenco assoziiert werden. Der Kapodaster dient dazu, die Stimmung der Gitarre der Stimmhöhe des Sängers oder der Sängerin anzupassen - er beeinflußt aber auch den Klangcharakter der Gitarre (diese klingt nun nicht mehr so lange nach). Der kurze "trockene" Klang ist typisch für die Flamencogitarre. Üblicherweise bekommt man hier in den Musikgeschäften fast nur die amerikanischen Dunlop-Kapodaster, die zwar sehr haltbar sind, sich aber nicht gerade durch Schönheit auszeichnen. Auch öffnen sich diese Kapodaster zu leicht beim Spiel. Von Kapodastern aus Plastik ist generell abzuraten, da sie zu leicht brechen. Am schönsten, wenn auch schwer zu bekommen, sind aber die echten spanischen Kapodaster aus Holz, zum Teil mit Intarsien oder Schnitzereien.
Eine weitere sinnvolle Anschaffung ist die eines Metronoms. Neben den mechanischen gibt es heute auch eine Vielzahl elektronischer Metronome, die zum Teil erheblich billiger sind als ihre Vorläufer. Trotzdem eignen sich die altmodischen Metronome am besten zum Üben eines taktsicheren Gitarrespiels, da sie sehr laut sind und sich nicht so leicht übertönen lassen wie die meist sehr schwachen und kleinen elektronischen Metronome.
Der Nachteil von Metronomen allgemein ist, daß sich hier nur regelmäßige Rhythmen realisieren lassen. Im Flamenco sind aber gerade die unregelmäßigen 12er-Rhythmen interessant und bedürfen besonderer Übung. Hier sollte über die Anschaffung eines programmierbaren Drum-Computers nachgedacht werden, wenn man sich einmal ganz für Flamenco entschieden hat. Eine erhebliche billigere Lösung, vorausgesetzt man verfügt bereits über einen Computer, ist die Ausrüstung desselben mit Soundkarte, Lautsprechern und entsprechender Software (Drum- oder Sequenzer-Programme).
Saiten
Als Saiten empfehle ich für Flamencogitarre die folgenden Marken:
D´Ardario Pro Arte
Je kleiner die Zahlenangabe, desto feiner ist die Saite und um so weniger muß sie gespannt werden. Dadurch hat man das Gefühl, daß die Saite weicher ist. Sie läßt sich also sehr viel angenehmer spielen. Feine Saiten niedriger Spannung haben aber auch den Nachteil, daß sie das Instrument leiser machen und dem Ton etwas die Brillanz nehmen. Außerdem können die Saiten bei niedriger Saitenlage klirren. Man sollte daher experimentieren und mit einer mittleren Qualität beginnen (300, 30 oder schwarz) und dann die weichen Saiten (200, 20 oder grün) oder die harten Saiten (400, 40 oder blau) ausprobieren. Auch gute Saiten sollten regelmäßig nach maximal zwei Monaten gewechselt werden.
Fingernägel
Von besonderer Wichtigkeit ist für den Gitarristen die regelmäßige Pflege der Fingernägel. Zum einen kann hierdurch verhindert werden, daß Nägel brechen, zum anderen produziert ein gut geformter Nagel auch einen guten Ton.
Die Nägel der linken Hand sollten so kurz wie möglich gehalten werden, damit die Fingerkuppen die Saiten in einem Winkel von 90 Grad niederdrücken können. Andernfalls werden ungewollt andere Saiten berührt und somit die Akkorde abgedämpft und verfälscht. Die Pflege der Nägel der rechten Hand bedürfen einer etwas gründlicheren Aufmerksamkeit. Da die Form der Fingerkuppen individuell unterschiedlich ist, ist auch die optimale Länge der Nägel individuell verschieden. Der Nagel sollte so lang sein, daß er die Fingerkuppe gerade um etwa einen Millimeter überragt. Zu lange Nägel sind genauso hinderlich wie zu kurze Nägel. Außerdem wächst das Risiko des Abbrechens mit der Länge des Nagels. Halten Sie daher dieses Risiko so gering wie möglich. Unsere Nägel sind ständig Belastungen ausgesetzt, so daß täglich kleine Risse und Unebenheiten an deren Spitze entstehen. Diese Unebenheiten müssen beseitigt werden, damit der Nagel unter Belastung nicht so leicht einreißen kann. Es hat sich außerdem bewährt, die Fingernägel nicht zu rund, sondern eher an der Spitze etwas abgeflacht zu feilen, da diese Form dem Nagel mehr Stabilität verleiht. Feilen Sie mindestens dreimal pro Woche die Nägel Ihrer rechten Hand mit einer sehr feinen Feile. Besser als Metallfeilen sind besondere Polierfeilen aus biegsamem Material. Manche Gitarristen bevorzugen feines Schmirgelpapier in verschiedener Körnung.
Tägliche Übungen
Allein der Unterricht wird nicht ausreichen, um Sie in die Lage zu versetzen, später annähernd fehlerfrei Vortragsstücke spielen zu können. Tägliches Üben ist erforderlich, um die Finger in ihrer Bewegungsfreiheit zu fördern, Kraft aufzubauen und musikalische Sequenzen im Langzeitgedächtnis unterbringen zu können. Technische Übungen sollen die erlernten Techniken automatisieren und vor allem die Geschwindigkeit ihrer Ausführung erhöhen. Es sollten dabei der Reihe nach alle bisher gelernten Übungen ausgeübt werden. Bei täglicher Übung reicht am Anfang eine Gesamtdauer von fünf Minuten Technik-Training aus.
Repertoire-Übungen dienen dazu, gelernte Stücke ins Gedächtnis zu übertragen und Übergänge von einzelnen Teilen eines Tanzes zu anderen Teilen zu üben. Zuerst wird man eine neu gelernte Sequenz für sich allein üben, aber sowie sie auswendig gespielt werden kann sollte dieser Teil mit den anderen bereits vorher gelernten Sequenzen verbunden geübt werden. Die einzelnen Teile eines Tanzes sollten dabei aber nicht immer in der gleichen Reihenfolge zusammengesetzt werden. Es ist vielmehr wichtig, alle Komponenten eines Tanzes in gleicher Übungsform zu halten, d.h. daß bisher schlecht geübte Teile in häufigerer Wiederholung gespielt werden sollten, als gut gelernte. Die Improvisation im Flamenco besteht darin, festgelegte musikalische Sequenzen eines Tanzes immer wieder neu zusammenzusetzen und damit jedesmal ein neues Stück zu schaffen. Um das Repertoire aufrechtzuerhalten, empfiehlt es sich, möglichst täglich alle Stücke, die man bereits gelernt hat, einmal durchzuspielen. Kurze systematisch geplante Übungen sind effektiver als langes planloses unkonzentriertes Üben.
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