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Opernführer
Joseph HAYDN
Joseph H. (1732-1809) war dreißig jahre lang Kapellmeister beim Fürsten Esterhazy in Eisenstadt, lebte seit 1790 als Freischaffender und als (besonders in England) geschätzter Dirigent. Schrieb Meisterwerke auf allen Gebieten der Musik, u.a. 24 Opern und Singspiele.
Es ist immer wieder das gleiche Bild: Haydn-Opern werden ausgegraben, textlich und musikalisch bearbeitet, aufgeführt, verschwinden nach kurzer Zeit von der Bühne und machen anderen Opern oder Singspielen Haydns Platz, die dann das gleiche Schicksal erleiden. Dabei handelt es sich zuweilen um wahre Delikatessen, wie von dem an musikalischem Ausdruck reichen Meister vokaler und instrumentaler Werke nicht anders zu erwarten. Ob das geringe Echo auf den Publikumsgeschmack zurückgeht oder auf zu geringe wirkliche Haydn-Pflege, sei dahingestellt.
DerApotheker
Komische Oper. Text nach Goldoni
Personen:
- Sempronio, Apotheker (Bariton)
- Mengone, in Diensten bei dem Apotheker (Tenor)
- Grilletta, Sempronios Mündel (Sopran)
- Volpino, ein junger, reicher Geck (MezzoÂsopran)
- Lehrjungen, Hausgesinde, Nachbarn
Ort und Zeit: Italien, 18. Jahrhundert Uraufführung: 1768
Dieses Werk zeichnet sich durch gestochene musikalische Charakterisierung aus, nicht nur in der »Türkenszene«, sondern in den fein abgesetzten Gesangsstilen des großtuenden Apothekers und des scheu und listig zugleich wirkenden Mengone. Gleich drei Bewerber hat die junge Grilletta: den Apotheker, seinen Gehilfen Mengone undden Lebemann Volpino. Den Apotheker glaubt man ausschalten zu können, doch wirft er die verkleideten Mengone und Volpino hinaus. Als Volpino als »türkischer Pascha« auftritt, ist der Apotheker zwar beeindruckt, weigert sich aber, auf Grilletta zu verzichten. Die »Türken« zerschlagen daraufhin die Apotheke und lassen erst davon ab, als der Apotheker entsagt, dem Mengone seine Grilletta gibt und Volpino für den Mobiliarschaden aufkommt.
Die Welt auf dem Monde
Heitere Oper in zwei Akten und einem Vorspiel
Text von Carlo Goldoni
Textliche Bearbeitung von Wilhelm M. Treichlinger, musikalische Neufassung von Mark Lothar
Personen:
- Buonafede, ein reicher Kaufmann (Baß)
- Clarissa, seine Tochter (Sopran)
- Lisetta, seine Haushälterin (Mezzosopran)
- Ein Doktor aus Bologna (Bariton)
- Leandro, Clarissas Liebhaber (Tenor)
- Hans Wurst, genannt Cecco, sein Diener(Tenor)
- Vier Zanni/Spaßmacher (je zwei Tenöre und Bässe)
- Vier Marionetten (Zwei Soprane und zwei Baritone)
Ort und Zeit: Venedig 18. Jahrhundert Uraufführung: 3. August 1777 auf der Schloßbühne des Fürsten Esterhäzyin Eisenstadt
In der vorliegenden Form wurden u.a. aus Arien Ensemblesätze und aus anderen Werken Haydns wurde verschiedenes entnommen und maßvoll zusammengebaut. Zunächst das Übliche: reicher Kaufmann will dem jungen Leandro die hübsche Clarissa nicht geben. Der Diener Cecco, die in ihn verliebte Haushälterin und ein bestochener Doktor wollen helÂfen. Aber der Kaufmann läßt sich nicht für dumm verkaufen. Da gibt ihm der Doktor eine Medizin, die ihm eine Reise auf den Mond ermöglichen soll. Der Trank wirkt, der Kaufmann erwacht und sieht in einen »Spiegel «, der die schrecklichen Leiden eines unglücklichen Liebespaares widergibt. Abermals entdeckt er den Betrug; erst die Erwägung, daß alle über seine angebliche Mondreise lachen würden, stimmt ihn zugunsten der Liebenden.

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