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Instrumentenkunde & Fachwörterverzeichniss

 

A - F
G - L
M - R
S - Z

____________________________

G  H  I  J  K  L

 

G

 

Galliarde volkstümlicher Tanz italienisch-französischer Herkunft, im 15. bis 17. Jahrhundert sehr verbreitet, später auch Bezeichnung eines Instrumentalsatzes

Galopp um 1820 entstandener Gesellschaftstanz in sehr schnellem 2/4-Takt, ähnlich einer schnell getanzten Polka

Gavotte altfranzösischer Tanz im zweiteiligen Takt, mäßig schnell

Geige höchstes Streichinstrument im Orchester. Von 1480 bis 1550 umgewandelt aus der älteren

Viola (daher die Bezeichnung »Violine« = kleine Viola), voll entwickelt Anfang des 17. Jahrhunderts. Der Ton wird entweder durch Bogenstrich oder durch Zupfen H> »Pizzicato«) hervorgebracht.

GEMA Gesellschaft für musikalische Aufführungsund mechanische Vervielfältigungsrechte

Generalmusikdirektor (GMD) Bezeichnung und Titel des obersten musikalischen Leiters eines Opernhauses oder eines großen Orchesters

Generalprobe die letzte Probe vor einer Opern- oder Theaterpremiere

Geräusch ein Schall unbestimmter Tonhöhe (z.B. durch Gegenstände oder elektronische Instrumente erzeugt)

Gigue altenglischer schneller Tanz im 6/8- oder 9/8-Takt

Giocoso  heiter

Gitarre  Zupfinstrument; entspricht im wesentlichen der Laute, hat nur einen etwas kleineren, geigenförmigen Schallkörper.

Giusto  recht

Glissando  gleitend, rutschend

Glockenspiel auf einem Rahmen angebrachte Stahlstäbchen, die mit einem Hammer angeschlagen werden (z.B. in Mozarts »Zauberflöte«, Papageno)

Gong ein Schlaginstrument, das aus einer dicken, gewölbten Metallscheibe besteht und eine Aufhängevorrichtung hat. Heller, glockenartiger Klang in unterschiedlichen Tonhöhen

Gospelsong (engl. gospel = Evangelium), während des Gottesdienstes durch Vorsänger und von der Gemeinde als Antwort improvisierte Liedform.

Grandioso  großartig

Grave  schwer, ernst

Grazioso  anmutig

Gregorianischer Choral genannt nach der ersten Kirchengesangsordnung durch Papst Gregor den Großen (um 600), bis ins 20. Jahrhundert mehrfach abgeändert

Große Oper im 19. Jahrhundert in Frankreich entstandene pompöse Ausstattungsoper (Hauptvertreter: G. Meyerbeer)

Große Trommel Zweifelltrommel aus Holz oder Messing, die mit einem kurzstieligen Schlegel oder mit einer Fußmaschine angeschlagen wird. Ohne bestimmte Tonhöhe dumpfer, dröhnender Klang in Baßlage

 

 

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H

 

Habanera  ein ruhiger kubanischer Tanz im 2/4- Takt, der auch in Spanien verbreitet ist

Halbtonschritte  siehe Chromatik

Harfe altes Saiteninstrument, das mit der Hand gezupft oder gerissen wird. Die Saiten sind in der Dur-Tonleiter gestimmt, und zwar in Ces-Dur. Durch einen Fußhebel läßt sich die Harfe umstimmen und zwar nach C-Dur und Cis-Dur.

Harmonie eigentlich »Gefüge«. Im engeren Sinne: Zusammenklang von zusammengehörigen Tönen

Harmonik Lehre von den Harmonien und ihrer Zusammengehörigkeit und Verbindung

Heckelphon eine Baritonoboe, deren Tonumfang etwa eine Oktave tiefer liegt als der der Oboe. Selten verwendet. Genannt nach der herstellenden Firma A. Heckel, Mainz

Heldenbariton  auch »hoher« Baß genannt, seriöses Rollenfach der musikalischen Bühnenpraxis Heldentenor auch dramtischer Tenor, ein seriöses Rollenfach der musikalischen Bühnenpraxis

Hit  (engl. Stoß, Treffer), Spitzenschlager

Holzbläser  die Gesamtheit der Blasinstrumente aus Holz, also der Flöten, Oboen, Klarinetten und

Fagotte

Holzblock  mit Resonanzschlitzen, geschlagen mit Klöppeln; dumpfer, hohler Klang

Homophon ist ein Werk, in dem eine Stimme herrscht, während die übrigen nur »begleiten« ( auch Polyphonie)

Horn Blechblasinstrument, das sich durch seinen weichen Ton von allen übrigen Blechbläsern unterscheidet. Es hat sich aus dem Waldhorn entwickelt: Durch Ventile, die das Ein- und Ausschalten von Bogen in den Schallkörper gestatten, lassen sich nicht nur die Naturtöne, sondern auch alle Zwischentöne erzeugen.

Mitte des 17. Jahrhunderts wurden zum ersten Mal Waldhörner in der Oper und im Konzert verwendet Hymne Lobgesang der Götter- und Heldenverehrung, auch zur Feier des Sieges, auf die Freiheitsliebe oder das Vaterland (Nationalhymnen), und zum Lob der Künste und der Freude, meist in Form eines Strophenliedes

 

 

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I

 

Idiophone (griech. Selbstklinger), Fachbezeichnung für Schlaginstrumente

Illustrationsmusik andere Bezeichnung für Tonmalerei (»musikalische Dichtung«)

Imitation (lat. Nachahmung), das Thema oder ein größerer Melodieabschnitt einer Stimme wird in der mehrstimmigen Musik von einer oder mehreren Stimmen nacheinander wiederholt

Impressario Geschäftsführer (Unternehmer) von Theater- oder Opernunternehmungen

Impressionismus etwa mit Eindruckskunst zu verdeutschen. Der musikalische Impressionismus richtet sich nicht auf die Wiedergabe fester Formen, sondern vorübergehender, sich verflüchtigender Eindrücke, gibt also Mischfarben, Mischklänge, Mischbewegungen usw.

Improvisieren (auch Improvisation), Stegreifspiel, dem Einfall des Augenblicks folgend

Instrumentation Verteilung der musikalischen Gedanken nach Gewicht und Klangfarbe auf die einzelnen Instrumente

Inszenierung die Gesamtheit der zur Vorbereitung und Ausarbeitung einer Bühnenaufführung (Theater und Oper) notwendigen Maßnahmen

Intendant der künstlerische und organisatorische Leiter eines Theaters oder Opernhauses

Interludium  Zwischenspiel (-»»Intermezzo«)

Intermezzo Zwischenspiel, frei erfundenes Instrumentalstück, auch als Einlage in Opern zwischen zwei Szenen oder Akten

Interpretation die persönliche Ausdeutung und Darstellung eines Musikstückes

Intervall spannungsgeladener Abstand zwischen zwei Tönen

Intonation das Einstimmen von Instrumenten auf eine einheitliche Tonhöhe

Intrade die Einleitungsmusik bei älteren Opernwerken. Später entwickelte sich aus der Intrade die Ouvertüre

Introduktion  Einleitung

Invention (lat. Erfindung, Einfall), eine Instrumentalkomposition in freier Form; im engeren Sinne: Bezeichnung für die satztechnische Ausarbeitung eines musikalischen »Einfalls«, sowie auch die Erfindung von etwas kompositorisch völlig Neuartigem

 

 

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J

 

Jagdhorn Signalhorn mit kreisförmig gewundenem Rohr und ausladender Stürze, jedoch ohne Ventile (-> auch Hörn und Waldhorn)

Jam Session die zwanglose Zusammenkunft von Jazzmusikern zum gemeinsamen Improvisieren in zufälliger Besetzung

Janitscharenmusik Musik der früheren türkischen Fußtruppen, im 18. Jahrhundert vielfach nachgeahmt (mit Becken, Trommel und Triangel)

Jazz Ende des 19. Jahrhunderts in den Südstaaten der USA entstandene Musikrichtung

Jazzband  Gruppe von ca. 8 Musikern

Jodeln in den Alpenländern verbreitetes volkstümliches Singen auf Lautsilben (ohne Text) mit großen Intervallsprüngen und schneller Tonfolge

 

 

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K

 

Kadenz »Schlußfall«. In unserem Sinne: stegreifartiges Aussingen eines Schlußabschnittes des Solisten

Kammermusik Komposition für kleine Besetzung (ungefähr 2 bis 9 Personen). Formen: Duo, Trio, Quartett, Quintett, Sextett, Septett, Oktett, Nonett

Kammeroper kleines Opernensemble in überwiegend solistischer Besetzung

Kammermusik kleines musikalisches Bühnenwerk

Kammerorchester kleines Orchester mit bis zu 20 Instrumentalisten

Kammersänger Ehrentitel für besonders verdiente Gesangssolisten eines Opernensembles

Kanon strenge Form der sogenannten Nachahmung. Mehrere Stimmen machen die gleichen Tonschritte, aber nicht gleichzeitig, sondern nacheinander, wobei die zweite Stimme nicht immer abzuwarten hat, bis die erste ihr Thema beendet

Kantate Komposition mit geistlichem oder weltlichem Text für Singstimmen und Instrumente; sie

kann u.a. enthalten: Rezitative, Arien, Duette und Chöre

Kantor Leiter eines Kirchenchores und der Kirchenmusik

Kantus  (lat.) Gesang

Kanzone vielfacher Bedeutungswandel, in der Oper meist wie Kavatine gebraucht

Kastagnetten Schlag-, Klapper-Instrument, meist zur Begleitung spanischer oder süditalienischer Tänze verwendet

Kastrat ein vor dem Stimmbruch entmannter Sänger. In der italienischen Oper des 16. bis 19. Jahrhunderts wurden von Kastraten häufig die Alt-und Sopranpartien ausgeführt

Kavatine arioses kleines, meist zweiteiliges Gesangsstück, oft nach einem kurzen Rezitativ

Kesselpauke  Schlaginstrument (-> Pauke)

Kirchenmusik Bezeichnung für die Musik, die in Verbindung mit der Liturgie der christlichen Kirchen steht

Kirchentonarten Tonarten vor der Einführung von Dur und Moll. So lautet z.B. die »dorische Tonart«: d-e-f-g-a-h-c-d (also f und e statt fis und eis der D-Dur-Tonleiter)

Klang  Ton, auch der Zusammenklang mehrerer Töne

Klangfarbe Klangcharakter der verschiedenen Instrumente

Klarinette Holzblasinstrument, das erst um die Mitte des 18. Jahrhunderts ins Orchester eingeführt wurde. Es gibt Klarinetten in verschiedener Stimmung. Mit der Stimmung ändert sich die Klangfarbe.

klingt weich, schwellend und lockend, die Es-Klarinette dagegen heftig und schrill (meist im Militärorchester; sonst nur charakterisierend verwendet). Die tiefen Töne können unheilvoll, düster wirken

Klassik im engeren Sinne die musikalische Sprache der Zeit Haydns, Mozarts und Beethovens

Klavierauszug Übertragung der verschiedenen Stimmen einer Partitur auf zwei Notensysteme für das Spiel auf dem Klavier. Klavierauszüge sind für das Einstudieren der einzelnen Gesangspartien von Opernwerken wichtige Voraussetzung

Köchel  Ritter von, stellte ein Werkverzeichnis von Mozart auf

Koloratur virtuose Auszierung von Gesangslinien, zuweilen ausgeschrieben, zuweilen aus dem

Stegreif auszuführen

Kolorit in der Musik, die durch die Art der Klangzusammenstellung und Instrumentation erzielten

»Farbwirkungen«

Komische Oper  französischer Herkunft, verwandt der Opera buffa, aber mehr individualisiert,

gesprochener Dialog Komparse  stumme Rolle, z.B. in großen Volksszenen

Konkrete Musik Musik, die nicht auf traditionellen Instrumenten, sondern mit Gegenständen des Alltags erzeugt wird

Konservatorium Ausbildungsstätte für die verschiedenen Musikberufe

Konsonanz  der »Wohlklang« in dertonalen Musik

Kontrabaß  das tiefste Streichinstrument, im allgemeinen dient der Kontrabaß zur Grundierung des Klanges. In älteren Werken wird er überhaupt mit dem Cello gleichlaufend geführt, klingt jedoch acht Töne tiefer als dieses

Kontrabaßtuba steht etwa eine Quinte tiefer als die Baßtuba, hat aber einen wesentlich dumpferen, dröhnenderen und »unedleren« Klang als diese, weil ihr Schallkörper erheblich größer ist. (In der Militärmusik gilt das »Bombardon«, kreisförmig gebaut, als Kontrabaßtuba)

Kontrafagott steht eine Oktave tiefer als das Fagott, klingt dementsprechenddunklerundschwererals dieses. Im wesentlichen dient es als Füllstimme, macht den Baßklang fülliger

Kontrapunkt Kunst, mehrere selbständige Stimmen zu vereinigen (punktus contra punktus)

Konzert Musikveranstaltung oder ein meist größeres Musikstück für ein Soloinstrument mit Orchester

Konzertant  konzertmäßig

Konzertmeister  der erste Sologeiger eines Orchesters

Kopfmotiv (auch Grundmotiv), ein Motiv, welches am Beginn, am»Kopf« eines Themas oder Tonstückes steht und der weiteren Entwicklung das Gepräge gibt

Kopfsatz  erster Satz

Korrepetitor zweiter Dirigent eines Opernensembles, dessen Aufgabe im Einstudieren der Rollen von Sängern und Chören besteht und der bei den Proben die Ballettcompagnie am Klavier begleitet (-» in diesem Zusammenhan gauch »Klavierauszug«)

Krakowiak  polnischer Tanz im 2/4-Takt

Kyrie (griech. Herr), der im ersten Teil (nach »Introitus«) der römisch-katholischen Messe im Wechsel zwischen Gemeinde und Chor ausgeführte Bittgesang (Kyrie eleison = Herr, erbarme dich)

 

 

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L

Lamento  Klagelied oder Klagegesang

Lamentoso  wehklagend

Ländler  ein dem Walzer verwandter, aus Österreich stammender, langsamer Tanz im 3/8- oder 3/4-

Takt

Larghetto  ziemlich breit, nicht ganz so langsam wie largo

Largo breit, langsamstes Zeitmaß

Laute altes, seit dem 10. Jahrhundert in Europa bekanntes Saiteninstrument mit bauchigem, zum Hals hin sich stark verjüngendem, birnenförmigen Korpus. Die klassische Laute des 16. und 17. Jahrhunderts hatte 11 Saiten, die mit den Fingerspitzen angerissen wurden

Legende meist eine Komposition, der inhaltlich eine Heiligengeschichte oder Heldenerzählung zugrunde liegt

Leistungsschutz im Rahmen des Urheberrechts der Schutz der Interpreten (z.B. Sänger) für ihre, auf Tonträgern festgehaltene künstlerische Leistung, und deren Wiedergabe (Rundfunk, Fernsehen) und mechanische Vervielfältigung (Schallplatte, Tonband, Video)

Leitmotiv Motiv, das in gleicher oder veränderter Form stets dem gleichen inneren oder äußeren Geschehen entsprichtunddiesesbegleitet

Leitmotivik das Verfahren, mit Leitmotiven zu arbeiten (z.B. Richard Wagner)

Leitton der Halbtonschritt einer Tonleiter von der 7. Stufe zum Grundton (z.B. von h nach c). Er leitet, zwingt zur Haupttonart zurück

Lento  langsam

Libretto Textbuch einer Oper, Operette oder eines Musicals

Librettist Verfasser eines Textbuchs für ein musikalisches Bühnenwerk

Liederspiel (auch Singspiel), Schauspiel mit Liedereinlagen. Im Mittelalter auch geistliches Spiel und Vorläufer der Oper

Linear linienhaft. Also nicht durch »senkrechten« Zusammenklang (Harmonie), sondern durch »waagerechte «Tonfolge bestimmt

Lyra altgriechisches Zupfinstrument. Im Mittelalter Bezeichnung für eine Fidel mit birnenförmigem Korpus. In Militärkapellen wird das Glockenspiel auch Lyra genannt

Lyrisch  Stimmungshaft, empfindungsmäßig

Lyrischer Bariton (Mezzosopran, Sopran, Tenor), seriöses Rollenfach in der Bühnenpraxis

 

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