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Instrumentenkunde & Fachwörterverzeichniss

 

 

 

A - F
G - L
M - R
S - Z

____________________________

S  T  U  V  W  X  Z

 

 

 

 

S

 

Salonmusik Bezeichnung für eine Unterhaltungsmusik in kleiner Besetzung. Mit gefühlvoller Tendenz, anspruchslos und gefällig

Sarabande ursprünglich ein spanischer Tanz. Dann langsamer, würdevoller Suitensatz im dreiteiligen Takt, mit verlängertem zweiten Viertel und Verzierungen

Saxophon ein mehr als hundert Jahre bekanntes Blasinstrument (benannt nach dem Erbauer Sax). Es gibt eine ganze Reihe verschieden hoch gestimmter Saxophone. Sie bestehen zwar aus Metall, ähneln jedoch den Holzblasinstrumenten, zumal sie mit Klarinettenmundstück angeblasen werden. Der Klang ist ein wenig schnarrend und näselnd, ändert sich aber, je nachdem ob es ein hohes oder tiefes Saxophon ist

Scherzando  scherzoartig

Scherzo (»Scherz«, »Spaß«), Bezeichnung für einen geschwinden, vorwiegend rhythmisch bestimmten Satz von meist heiterem Gepräge

Schlager inhaltlich und formal anspruchslose aber gefällige Kompositionen für Singstimme und Instrumentalbegleitung

Schlagzeug große und kleine Trommel, Rührtrommel, Pauke, Becken, Tamtam, Kastagnetten, Tamburin usw.

Semplice  einfach, schlicht

Septett Kompositionsform für sieben Gesangsstimmen oder sieben Soloinstrumente

Septime  Abstand von sieben Tönen, z.B. d bis eis

Septimenakkord  Vierklang, der durch Hinzufügen der Septime zum Dreiklang entsteht,

z.B. d-fis-a-c

Sequenz »Folge«. Weiterschieben eines musikalischen Gedankens durch die Tonleiter, Wiederholungen auf immer anderen Tonstufen

Serenade »Abendmusik«. Eine Folge von mehreren ständchenartigen Instrumental- oder Gesangsstücken

Serielle Musik ordnet nicht nur Töne, sondern auch Intervalle, Rhythmen, Metren, Tondauer, Klangfarbe, um vorher festgelegte Reihen (Serien). —»auch Zwölftonmethode

Sextett geschlossener Sechsgesang, auch geschlossene instrumentale Sechsergruppe

Sextole sechs Töne von gleicher Dauer wie vier Töne von der gleichen Gesamtdauer

Sforzato starke Betonung von Einzelnoten oder Einzelakkorden

Shanty Seemannslied, eigentlich Arbeitslied der Seeleute mit Vorsänger und einem einen Refrain singenden Chor

Siciliano altitalienischer langsamer Tanz im 6/8-oder12/8-Takt

Sinfonie eigentlich »Zusammenklang«. Ursprünglich Bezeichnung für Musikstücke, die »Note gegen Note« gesetzt sind. Später Name für die italienische Opernouvertüre mit der dreiteiligen Grundform: schnell - langsam - schnell. Aus dieser Form entstand die klassische und romantische Sinfonie. Die drei Formteile wurden ausgebaut und verselbständigt. Stamitz und Haydn fügten als vierten Satz ein Menuett hinzu; damit war die Sinfonie in ihrer wesentlichen Gestalt vollendet. Zwar sind im Laufe der Zeit mancherlei Einzelveränderungen vorgenommen worden, doch blieb der Gesamtaufbau im wesentlichen unangetastet. Für die sinfonische Gestaltung sind die Ecksätze (1. und 4. Satz) entscheidend. Sie haben dreiteilige Form: Themenaufstellung-Durchführung - Themenwiederholung mit einem Anhang, Coda genannt. Heute wird der Begriff formal nicht mehr einheitlich angewendet

Sinfonische Dichtung  ein (meist einsätziges) Orchesterwerk, in dem nicht so sehr der sinfonische Gestaltungsgrundsatz herrscht als eine dichterische Absicht, ein »Programm«

Singspiel eine Sonderform der Oper, die Ende des 18. Jahrhunderts entstanden ist. Vorzugsweise mit deutschem Text, leicht verständlicher Handlung und gesprochenen Dialogen

Soave  sanft

Solo einzeln, allein, Einzelsänger, Einzelgesang, Soloquartett usw. Gruppe selbständiger Einzelsänger

Sonate ursprünglich nichts anderes als »Klangstück« . Heute ein meist viersätziges Tonstück für einzelne Instrumente, z.B. Klaviersonate. Die Form enspricht etwa der Sinfonie

Sopran  höchste Frauen- oder Knabenstimme

Sostenuto  gehalten

Soubrette spezielles Rollenfach der Bühnenpraxis, Sopran mit zarter, biegsamer Stimme und besonderer Spielbegabung für muntere, humvorvolle Mädchenrollen

Sound (engl. Ton, Klang), klingen, ein Instrument spielen, oder die charakteristische Klangfarbe, eines Solisten oder eines Instrumentenensembles. Auch spezielle Spielweise und Aufnahmetechnik

Spiritoso  (auch spirituoso), geistvoll, witzig Spiritual geistliches Lied

Stagione Spielzeit der italienischen Opertheater. Auch das Opernensemble, das für einen zeitlich eingegrenzten Spielplan zusammengestellt ist

Stakkato  (Staccato) gestoßen

Statist stumme Rolle auf der Bühne, z.B. in Volksszenen

Stimmarten  bei allen individuellen Unterschieden (besonders in der Klangfarbe) kann man die verschiedenen Arten der menschlichen Stimme ordnen nach ihrer Stimmlage (hoch - mittel - tief) und von daher auch ihren unterschiedlichen Charakter beschreiben. Der Tonumfang einer nicht speziell ausgebildeten Stimme beträgt im allgemeinen 1 Oktave und 1 Sexte. Merkmale

 

Frauenstimmen:  

 

Sopran höchste Stimmart, einheitlich heller Klang

Mezzosopran zwischen Sopran und Alt gelegen; je nach Höhe

Anklänge an diese beiden Stimmarten; voller

Klang

Alt tiefste Frauenstimme; dunkler und voller Klang

 

Merkmale Männerstimmen:

 

Tenor höchste Männerstimme, 1 Oktave unter dem

Sopran mit ähnlichen Klangeigenschaften

 Bariton zwischen Tenor und Baß; Klangeigenschaften

ähnlich dem Mezzosopran

Baß tiefste Stimme; dunkle und volle Klangfarbe

 

Stimmlagen  (-»Stimmarten)

Streicher  Geigen, Bratschen, Celli, Kontrabässe

Stretta beschleunigter Ausgang eines Musikstücks (wörtlich: »gedrängt«)

Suite »Folge«. Orchesterwerk von meist 4 bis 6 Tonstücken tanzartigen Charakters. Die Bezeichnung wird sehr frei gebraucht

Synkope Verbindung eines schwachen mit einem guten Zeitwert, z.B. Takt höhere Einheit mehrerer Zählzeiten. Z.B.: im 4/4-Takt ist jedes Viertel eine Zähleinheit, vier Viertel zusammen bilden den Takt. 1. und 3. Viertel sind dabei meist betonte, »gute«, 2. und 4. Viertel unbetonte, »schlechte« Taktteile

Tamburin gehört zum Schlagzeug. Handtrommel mit Schellen. Wurde ursprünglich von den Tanzenden in der Hand gehalten und geschüttelt. Heute Orchesterinstrument zur Begleitung oder Einfärbung spanischer, süditalienischer und orientalischer Weisen. Wird entweder nur geschüttelt, so daß die Schellen erklingen, oder mit steifen Daumen bearbeitet, so daß ein trommelartiges und zugleich schellendes, rhythmisch bestimmtes Geräusch entsteht

 

 

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T

 

Tamtam Schlaginstrument. Aufgehängte Metallscheibe, die mit einem Schlegel angeschlagen wird (Gong). Der dröhnende, nachhallende Klang wirkt unheimlich, drohend

 Tango um 1900 in Südamerika entstandener Tanz im langsamen 2/4-Takt mit gemessenen Schritten und kurzen Stillständen

Tanto  sehr

Tarantella neapolitanischer Geschwindtanz im 3/8-oder 6/8-Takt

Tasteninstrumente Sammelbezeichnung für alle, mit einer Tastatur (Klaviatur) ausgestatteten Instrumente, unabhängig von der Art ihrer Tonerzeugung. Darunter fallen sowohl die besaiteten Tasteninstrumente, wie Klavier und Cembalo, als auch die Orgel oder Harmonikainstrumente und elektronische Musikinstrumente

Tempestuoso  stürmisch, wie ein Gewitter

Tempo  Zeitmaß

Tenor hohe Männerstimme

Terz  Abstand von drei Tönen der Tonleiter, z.B.c-e

Terzett Dreigesang selbständig geführter Einzelstimmen

Thema musikalischer, in sich geschlossener Gedanke (größer als das Motiv)

Thematik  Art der Themenbildung

Themenaufstellung in einem Tonstück der erste Hauptteil, in dem die Themen (meist zwei) aufgestellt, durch eine Überleitung verbunden und durch ein Schlußstück abgeschlossen werden

Tokkata ursprünglich Tonstück für Tasteninstrumente (toccare = berühren). Dann vollstimmiges Tonstück von meist kurzen Notenwerten

Ton Schallereignis mit bestimmter Schwingungszahl (Tonhöhe)

Tonalität  Beziehung von Tönen oder Akkorden auf einen Grundton oder Grundakkord. Freie Tonalität bindet sich nicht an die festen Tongeschlechter von Dur und Moll

Tonart Festlegung des Tongeschlechts und des Grundtons dieses Tongeschlechts; also Dur oder Moll über einem bestimmten Grundton

Tonmalerei in der Programmusik eine Gestaltung mit ausschließlich musikalischen Mitteln von Nachahmungen natürlicher Geräusche und Erscheinungen (z.B. Gewitter, Meeresrauschen, Vogelstimmen oder Maschinenlärm)

Transposition die Übertragung einer Melodie in eine andere Tonart

Tremolo  Beben

Triangel wörtlich »Dreieck«. Schlaginstrument aus Stahl, das mit einem Stahlstab geschlagen wird und ein helles, klirrendes Geräusch gibt

Triller schneller Wechsel eines Tones mit einem Nachbarton

Trio  Komposition für drei Instrumente oder Gruppe

von drei Instrumentalisten; auch der Mittelteil von Musikstücken, z.B. bei Menuett oder Scherzo Triole  drei Töne von gleicher Zeitdauer an Stelle zweier von der gleichen Gesamtdauer

Trommel, große Schlaginstrument in Form eines Zylinders, über dessen beide offene Seiten ein Kalbfell gespannt ist. Dieses wird mit einem Schlägel geschlagen. Das entstehende Geräusch ist dumpf, dröhnend, nach Art eines entfernten Kanonenschusses. Meist verwechselt mit der Pauke

Trompete altes Blechblasinstrument von gestreckter Form mit Ventilen (Ventiltrompete). Es gibt Trompeten in verschiedenen Stimmungen. Der Klang ist festlich, schmetternd, auch anfeuernd und hell. Abgesehen von Signalwirkungen, wird die Trompete im Klang meist durch andere Instrumente gedeckt, weil sie sonst leicht scharf, ja, ungewöhnlich klingt

Troppo  zu sehr, zu viel

Tuba  Blechblasinstrument aus der Familie der Bügelhörner. Am gebräuchlichsten sind Tenortuben

und Kontrabaßtuben.

Turca  alla, nach türkischer Art Tutti  »Alle«, das »ganze« Orchester, im Gegensatz zu den Solisten

 

 

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U

 

Übermäßiger Tonschritt um einen Halbton vergrößerter Normalschritt (z.B. ist f- c eine normale Quinte, f- eis eine übermäßige)

Umkehrung die Stimmschritte eines Motivs, Themas usw. erfolgen in umgekehrter Richtung; z.B.

Unisono  einstimmig

U-Musik zusammenfassende Bezeichnung für Musik, die dem Unterhaltungsbedürfnis entspricht = Unterhaltungsmusik (z.B. Schlager, Evergreen usw.)

Uraufführung die erste öffentliche Aufführung eines Werkes

Urheberrecht die gesetzliche Grundlage für den Schutz nichtdramatischer Werke der Musik (kleines Recht) und dramatischer Werke der Musik, wie z.B. Opern (großes Recht). Das Urheberrecht schützt die Urheber (Komponisten) und ihre Werke vor unrechtmäßiger Verwertung durch Dritte

Urtext eine musikalische Ausgabe, die wissenschaftlich ediert der authentischen Fassung des Komponisten am ehesten entspricht und unter Einbeziehung aller Quellen des Werkes (wie z.B. Autograph, Skizzen, Erstdruck usw.) erarbeitet wird

 

 

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V

 

Variation Veränderung. Harmonische, melodische oder rhythmische Verwandlung eines Motivs oder Themas, aber so, daß es in igendeiner Form noch erkennbar bleibt

Vaudeville lustiges gesprochenes Bühnenwerk mit eingestreuten Couplets

Vergrößerung oder Verlängerung  Streckung eines Motivs oder Themas auf längere Notenwerte, z.B.

Verismo (Verismus), italienische Bezeichnung für eine Kunstrichtung, die die Wirklichkeit nachbilden will

Veristisch  die Wirklichkeit nachahmend

Verkürzung der umgekehrte Vorgang wie bei der -> Vergrößerung

Viola  -> Bratsche

Violine  -> Geige

Violincello  -> Cello

Virtuos tüchtig (im rein technischen, zuweilen äußerlichen Sinne)

Virtuose ein technisch souveräner Sänger oder Instrumentalist

Vivace  lebhaft

Vivo  lebendig

Volkslied Bezeichnung des national, weitverbreiteten Liedgutes, das mündlich überliefert oder allgemeingültigen Charakter angenommen hat

Vokalmusik Gesangsmusik (im Gegensatz zu Instrumentalmusik)

Vorklassik ganz allgemein, die musikalische Sprache der Zeit vor der Klassik. Die Zeit der »Mannheimer Schule«

 

 

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W

 

Waldhorn  aus dem Jagdhorn entwickelter und heute gebräuchlichster Horntyp

Walzer Ende des  18. Jahrhunderts entstandener deutscher Paartanz im 3/4-Takt

 

 

 

X

 

Xylophon Schlaginstrument, bestehend aus einem Rahmen mit Auflage (aus Stroh oder Gummi), auf der abgestimmte Hartholzstäbchen ruhen. Diese werden mit Klöppeln geschlagen

 

 

 

Z

 

Zwischenakt-Musik bei der Schauspielmusik eine, in die dramatische Gestaltung einbezogene Musik, die zwischen den Akten eine zeitliche und gedankliche Überbrückung schaffen soll

Zwölfton-Musik hebt die Gesetze der -» Tonalität auf, arbeitet also nicht mehr - wie die Dur-Moll-Musik - mit der Beziehung aller Töne und Klänge auf einen Grundton oder eine Grundharmonie, sondern stellt alle Töne als gleichberechtigt nebeneinander. Strengste Form: kein Ton darf erklingen, bevor die übrigen elf Töne der »Reihe« (nicht mehr: des Themas) erklungen sind. Gemäßigte Form: die Töne sind zwar gleichberechtigt, aber nicht gleichwertig, also irgendwo doch auf einen Zentralton bezogen (Zwölfton-Musik ist also nicht immer atonal). Viele Zwischenstufen sind möglich und auch vorhanden; z.B. sind die Systeme von Schönberg, Webern, keineswegs identisch

 

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