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Instrumentenkunde & Fachwörterverzeichniss
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S
Salonmusik Bezeichnung für eine Unterhaltungsmusik in kleiner Besetzung. Mit gefühlvoller Tendenz, anspruchslos und gefällig
Sarabande ursprünglich ein spanischer Tanz. Dann langsamer, würdevoller Suitensatz im dreiteiligen Takt, mit verlängertem zweiten Viertel und Verzierungen
Saxophon ein mehr als hundert Jahre bekanntes Blasinstrument (benannt nach dem Erbauer Sax). Es gibt eine ganze Reihe verschieden hoch gestimmter Saxophone. Sie bestehen zwar aus Metall, ähneln jedoch den Holzblasinstrumenten, zumal sie mit Klarinettenmundstück angeblasen werden. Der Klang ist ein wenig schnarrend und näselnd, ändert sich aber, je nachdem ob es ein hohes oder tiefes Saxophon ist
Scherzando scherzoartig
Scherzo (»Scherz«, »Spaß«), Bezeichnung für einen geschwinden, vorwiegend rhythmisch bestimmten Satz von meist heiterem Gepräge
Schlager inhaltlich und formal anspruchslose aber gefällige Kompositionen für Singstimme und Instrumentalbegleitung
Schlagzeug große und kleine Trommel, Rührtrommel, Pauke, Becken, Tamtam, Kastagnetten, Tamburin usw.
Semplice einfach, schlicht
Septett Kompositionsform für sieben Gesangsstimmen oder sieben Soloinstrumente
Septime Abstand von sieben Tönen, z.B. d bis eis
Septimenakkord Vierklang, der durch Hinzufügen der Septime zum Dreiklang entsteht,
z.B. d-fis-a-c
Sequenz »Folge«. Weiterschieben eines musikalischen Gedankens durch die Tonleiter, Wiederholungen auf immer anderen Tonstufen
Serenade »Abendmusik«. Eine Folge von mehreren ständchenartigen Instrumental- oder Gesangsstücken
Serielle Musik ordnet nicht nur Töne, sondern auch Intervalle, Rhythmen, Metren, Tondauer, Klangfarbe, um vorher festgelegte Reihen (Serien). —»auch Zwölftonmethode
Sextett geschlossener Sechsgesang, auch geschlossene instrumentale Sechsergruppe
Sextole sechs Töne von gleicher Dauer wie vier Töne von der gleichen Gesamtdauer
Sforzato starke Betonung von Einzelnoten oder Einzelakkorden
Shanty Seemannslied, eigentlich Arbeitslied der Seeleute mit Vorsänger und einem einen Refrain singenden Chor
Siciliano altitalienischer langsamer Tanz im 6/8-oder12/8-Takt
Sinfonie eigentlich »Zusammenklang«. Ursprünglich Bezeichnung für Musikstücke, die »Note gegen Note« gesetzt sind. Später Name für die italienische Opernouvertüre mit der dreiteiligen Grundform: schnell - langsam - schnell. Aus dieser Form entstand die klassische und romantische Sinfonie. Die drei Formteile wurden ausgebaut und verselbständigt. Stamitz und Haydn fügten als vierten Satz ein Menuett hinzu; damit war die Sinfonie in ihrer wesentlichen Gestalt vollendet. Zwar sind im Laufe der Zeit mancherlei Einzelveränderungen vorgenommen worden, doch blieb der Gesamtaufbau im wesentlichen unangetastet. Für die sinfonische Gestaltung sind die Ecksätze (1. und 4. Satz) entscheidend. Sie haben dreiteilige Form: Themenaufstellung-Durchführung - Themenwiederholung mit einem Anhang, Coda genannt. Heute wird der Begriff formal nicht mehr einheitlich angewendet
Sinfonische Dichtung ein (meist einsätziges) Orchesterwerk, in dem nicht so sehr der sinfonische Gestaltungsgrundsatz herrscht als eine dichterische Absicht, ein »Programm«
Singspiel eine Sonderform der Oper, die Ende des 18. Jahrhunderts entstanden ist. Vorzugsweise mit deutschem Text, leicht verständlicher Handlung und gesprochenen Dialogen
Soave sanft
Solo einzeln, allein, Einzelsänger, Einzelgesang, Soloquartett usw. Gruppe selbständiger Einzelsänger
Sonate ursprünglich nichts anderes als »Klangstück« . Heute ein meist viersätziges Tonstück für einzelne Instrumente, z.B. Klaviersonate. Die Form enspricht etwa der Sinfonie
Sopran höchste Frauen- oder Knabenstimme
Sostenuto gehalten
Soubrette spezielles Rollenfach der Bühnenpraxis, Sopran mit zarter, biegsamer Stimme und besonderer Spielbegabung für muntere, humvorvolle Mädchenrollen
Sound (engl. Ton, Klang), klingen, ein Instrument spielen, oder die charakteristische Klangfarbe, eines Solisten oder eines Instrumentenensembles. Auch spezielle Spielweise und Aufnahmetechnik
Spiritoso (auch spirituoso), geistvoll, witzig Spiritual geistliches Lied
Stagione Spielzeit der italienischen Opertheater. Auch das Opernensemble, das für einen zeitlich eingegrenzten Spielplan zusammengestellt ist
Stakkato (Staccato) gestoßen
Statist stumme Rolle auf der Bühne, z.B. in Volksszenen
Stimmarten bei allen individuellen Unterschieden (besonders in der Klangfarbe) kann man die verschiedenen Arten der menschlichen Stimme ordnen nach ihrer Stimmlage (hoch - mittel - tief) und von daher auch ihren unterschiedlichen Charakter beschreiben. Der Tonumfang einer nicht speziell ausgebildeten Stimme beträgt im allgemeinen 1 Oktave und 1 Sexte. Merkmale
Frauenstimmen:
Sopran höchste Stimmart, einheitlich heller Klang
Mezzosopran zwischen Sopran und Alt gelegen; je nach Höhe
Anklänge an diese beiden Stimmarten; voller
Klang
Alt tiefste Frauenstimme; dunkler und voller Klang
Merkmale Männerstimmen:
Tenor höchste Männerstimme, 1 Oktave unter dem
Sopran mit ähnlichen Klangeigenschaften
Bariton zwischen Tenor und Baß; Klangeigenschaften
ähnlich dem Mezzosopran
Baß tiefste Stimme; dunkle und volle Klangfarbe
Stimmlagen (-»Stimmarten)
Streicher Geigen, Bratschen, Celli, Kontrabässe
Stretta beschleunigter Ausgang eines Musikstücks (wörtlich: »gedrängt«)
Suite »Folge«. Orchesterwerk von meist 4 bis 6 Tonstücken tanzartigen Charakters. Die Bezeichnung wird sehr frei gebraucht
Synkope Verbindung eines schwachen mit einem guten Zeitwert, z.B. Takt höhere Einheit mehrerer Zählzeiten. Z.B.: im 4/4-Takt ist jedes Viertel eine Zähleinheit, vier Viertel zusammen bilden den Takt. 1. und 3. Viertel sind dabei meist betonte, »gute«, 2. und 4. Viertel unbetonte, »schlechte« Taktteile
Tamburin gehört zum Schlagzeug. Handtrommel mit Schellen. Wurde ursprünglich von den Tanzenden in der Hand gehalten und geschüttelt. Heute Orchesterinstrument zur Begleitung oder Einfärbung spanischer, süditalienischer und orientalischer Weisen. Wird entweder nur geschüttelt, so daß die Schellen erklingen, oder mit steifen Daumen bearbeitet, so daß ein trommelartiges und zugleich schellendes, rhythmisch bestimmtes Geräusch entsteht
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T
Tamtam Schlaginstrument. Aufgehängte Metallscheibe, die mit einem Schlegel angeschlagen wird (Gong). Der dröhnende, nachhallende Klang wirkt unheimlich, drohend
Tango um 1900 in Südamerika entstandener Tanz im langsamen 2/4-Takt mit gemessenen Schritten und kurzen Stillständen
Tanto sehr
Tarantella neapolitanischer Geschwindtanz im 3/8-oder 6/8-Takt
Tasteninstrumente Sammelbezeichnung für alle, mit einer Tastatur (Klaviatur) ausgestatteten Instrumente, unabhängig von der Art ihrer Tonerzeugung. Darunter fallen sowohl die besaiteten Tasteninstrumente, wie Klavier und Cembalo, als auch die Orgel oder Harmonikainstrumente und elektronische Musikinstrumente
Tempestuoso stürmisch, wie ein Gewitter
Tempo Zeitmaß
Tenor hohe Männerstimme
Terz Abstand von drei Tönen der Tonleiter, z.B.c-e
Terzett Dreigesang selbständig geführter Einzelstimmen
Thema musikalischer, in sich geschlossener Gedanke (größer als das Motiv)
Thematik Art der Themenbildung
Themenaufstellung in einem Tonstück der erste Hauptteil, in dem die Themen (meist zwei) aufgestellt, durch eine Überleitung verbunden und durch ein Schlußstück abgeschlossen werden
Tokkata ursprünglich Tonstück für Tasteninstrumente (toccare = berühren). Dann vollstimmiges Tonstück von meist kurzen Notenwerten
Ton Schallereignis mit bestimmter Schwingungszahl (Tonhöhe)
Tonalität Beziehung von Tönen oder Akkorden auf einen Grundton oder Grundakkord. Freie Tonalität bindet sich nicht an die festen Tongeschlechter von Dur und Moll
Tonart Festlegung des Tongeschlechts und des Grundtons dieses Tongeschlechts; also Dur oder Moll über einem bestimmten Grundton
Tonmalerei in der Programmusik eine Gestaltung mit ausschließlich musikalischen Mitteln von Nachahmungen natürlicher Geräusche und Erscheinungen (z.B. Gewitter, Meeresrauschen, Vogelstimmen oder Maschinenlärm)
Transposition die Übertragung einer Melodie in eine andere Tonart
Tremolo Beben
Triangel wörtlich »Dreieck«. Schlaginstrument aus Stahl, das mit einem Stahlstab geschlagen wird und ein helles, klirrendes Geräusch gibt
Triller schneller Wechsel eines Tones mit einem Nachbarton
Trio Komposition für drei Instrumente oder Gruppe
von drei Instrumentalisten; auch der Mittelteil von Musikstücken, z.B. bei Menuett oder Scherzo Triole drei Töne von gleicher Zeitdauer an Stelle zweier von der gleichen Gesamtdauer
Trommel, große Schlaginstrument in Form eines Zylinders, über dessen beide offene Seiten ein Kalbfell gespannt ist. Dieses wird mit einem Schlägel geschlagen. Das entstehende Geräusch ist dumpf, dröhnend, nach Art eines entfernten Kanonenschusses. Meist verwechselt mit der Pauke
Trompete altes Blechblasinstrument von gestreckter Form mit Ventilen (Ventiltrompete). Es gibt Trompeten in verschiedenen Stimmungen. Der Klang ist festlich, schmetternd, auch anfeuernd und hell. Abgesehen von Signalwirkungen, wird die Trompete im Klang meist durch andere Instrumente gedeckt, weil sie sonst leicht scharf, ja, ungewöhnlich klingt
Troppo zu sehr, zu viel
Tuba Blechblasinstrument aus der Familie der Bügelhörner. Am gebräuchlichsten sind Tenortuben
und Kontrabaßtuben.
Turca alla, nach türkischer Art Tutti »Alle«, das »ganze« Orchester, im Gegensatz zu den Solisten
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U
Übermäßiger Tonschritt um einen Halbton vergrößerter Normalschritt (z.B. ist f- c eine normale Quinte, f- eis eine übermäßige)
Umkehrung die Stimmschritte eines Motivs, Themas usw. erfolgen in umgekehrter Richtung; z.B.
Unisono einstimmig
U-Musik zusammenfassende Bezeichnung für Musik, die dem Unterhaltungsbedürfnis entspricht = Unterhaltungsmusik (z.B. Schlager, Evergreen usw.)
Uraufführung die erste öffentliche Aufführung eines Werkes
Urheberrecht die gesetzliche Grundlage für den Schutz nichtdramatischer Werke der Musik (kleines Recht) und dramatischer Werke der Musik, wie z.B. Opern (großes Recht). Das Urheberrecht schützt die Urheber (Komponisten) und ihre Werke vor unrechtmäßiger Verwertung durch Dritte
Urtext eine musikalische Ausgabe, die wissenschaftlich ediert der authentischen Fassung des Komponisten am ehesten entspricht und unter Einbeziehung aller Quellen des Werkes (wie z.B. Autograph, Skizzen, Erstdruck usw.) erarbeitet wird
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V
Variation Veränderung. Harmonische, melodische oder rhythmische Verwandlung eines Motivs oder Themas, aber so, daß es in igendeiner Form noch erkennbar bleibt
Vaudeville lustiges gesprochenes Bühnenwerk mit eingestreuten Couplets
Vergrößerung oder Verlängerung Streckung eines Motivs oder Themas auf längere Notenwerte, z.B.
Verismo (Verismus), italienische Bezeichnung für eine Kunstrichtung, die die Wirklichkeit nachbilden will
Veristisch die Wirklichkeit nachahmend
Verkürzung der umgekehrte Vorgang wie bei der -> Vergrößerung
Viola -> Bratsche
Violine -> Geige
Violincello -> Cello
Virtuos tüchtig (im rein technischen, zuweilen äußerlichen Sinne)
Virtuose ein technisch souveräner Sänger oder Instrumentalist
Vivace lebhaft
Vivo lebendig
Volkslied Bezeichnung des national, weitverbreiteten Liedgutes, das mündlich überliefert oder allgemeingültigen Charakter angenommen hat
Vokalmusik Gesangsmusik (im Gegensatz zu Instrumentalmusik)
Vorklassik ganz allgemein, die musikalische Sprache der Zeit vor der Klassik. Die Zeit der »Mannheimer Schule«
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W
Waldhorn aus dem Jagdhorn entwickelter und heute gebräuchlichster Horntyp
Walzer Ende des 18. Jahrhunderts entstandener deutscher Paartanz im 3/4-Takt
X
Xylophon Schlaginstrument, bestehend aus einem Rahmen mit Auflage (aus Stroh oder Gummi), auf der abgestimmte Hartholzstäbchen ruhen. Diese werden mit Klöppeln geschlagen
Z
Zwischenakt-Musik bei der Schauspielmusik eine, in die dramatische Gestaltung einbezogene Musik, die zwischen den Akten eine zeitliche und gedankliche Überbrückung schaffen soll
Zwölfton-Musik hebt die Gesetze der -» Tonalität auf, arbeitet also nicht mehr - wie die Dur-Moll-Musik - mit der Beziehung aller Töne und Klänge auf einen Grundton oder eine Grundharmonie, sondern stellt alle Töne als gleichberechtigt nebeneinander. Strengste Form: kein Ton darf erklingen, bevor die übrigen elf Töne der »Reihe« (nicht mehr: des Themas) erklungen sind. Gemäßigte Form: die Töne sind zwar gleichberechtigt, aber nicht gleichwertig, also irgendwo doch auf einen Zentralton bezogen (Zwölfton-Musik ist also nicht immer atonal). Viele Zwischenstufen sind möglich und auch vorhanden; z.B. sind die Systeme von Schönberg, Webern, keineswegs identisch
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