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Konzertführer
Ludwig van BEETHOVEN 1770-1827
Orchesterwerke
1. Sinfonie C-Dur 2. Sinfonie D-Dur 3. Sinfonie Es-Dur (Eroica) 4. Sinfonie B-Dur 5. Sinfonie c-Moll (Schicksals-Sinfonie) 6. Sinfonie F-Dur (Pastorale) 7. Sinfonie A-Dur 8. Sinfonie F-Dur 9. Sinfonie d-Moll Leonoren-Ouvertüre Coriolan-Ouvertüre Egmont-Ouvertüre
Klavierkonzerte:
3. c-Moll 4. G-Dur 5. Es-Dur
Violinkonzert D-Dur
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Kammermusik
Violin-Klavier-Sonaten Klaviertrios c-Moll-Trio D-Dur (Geister-Trio) B-Dur-Trio C-Dur (Kakadu-Variationen) Streichquartette Opus 18 und »La Malinconia« Opus 59 (Rasumowsky) Opus 74 (Harfen-Quartett) Opus 127 Es-Dur Opus 130 B-Dur Opus 131 Cis-Moll Opus 132 a-Moll Opus 133 (Große Fuge) Opus 135 F-Dur
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Klavierwerke
Sonate c-Moll Opus 13 »Pathetique« Sonate As-Dur Opus 26 Sonate Es-Dur Opus 27, 1 »Quasi una fantasia« Sonate cis-Moll, Opus 27, 2 (»Mondschein«) Sonate C-Dur Opus 53 »Waldstein« Sonate f-Moll Opus 57 »Appassionata« Sonate Es-Dur Opus 81 »Les adieux Sonate A-Dur Opus 101 Sonate B-Dur Opus 106 (Hammerklavier Sonate E-Dur Opus 109 Sonate As-Dur Opus 110 Sonate c-Moll Opus 111 Eroica-Variationen c-Moll-Variationen Diabelli-Variationen
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Chorwerk Missa solemnis
Ludwig van Beethoven, geboren 1770 in Bonn als Sohn eines Sängers; der Vater nutzte das begabte Kind frühzeitig aus. Unterricht bei Neefe. Mit 22 Jahren ging Beethoven nach Wien; dort u.a. Schüler von Haydn. Er war bald geschätzt als Klavierspieler und als Tondichter. Ein bis zu völliger Ertaubung fortschreitendes Gehörleiden vermochte sein Schaffen nicht zu beeinträchtigen. Gestorben 1827 in Wien. Hauptwerke: Sonaten, Kammermusik, Sinfonien, Konzerte, Variationen, Ouvertüren, Schauspielmusiken, die Oper »Fidelio«, die »Missa solemnis«, Lieder.
War die Musik vor Beethoven vielfach Dienerin religiöser Frömmigkeit (Bach) oder Begleiterin eines in sich ruhenden Weltgefühls (Haydn, Mozart), so türmt ihr nun Beethoven einen Thron, von dem aus sie selbst als Herrscherin zum Menschen und zur Menschheit spricht. Seit Beethoven setzt die Musik, die sich bisher nur eine eigengesetzliche Formensprache gegeben hatte, nun auch ihren inneren Gehalt, aus eigener Verantwortung und freier Entscheidung. Damit wird sie zur Philosophie und zur Dichtung. Gegenstand dieses neuen dichtenden Philosophierens ist der Einzelmensch, der seiner Klasse und seiner Gesellschaftsschicht entwächst und sich erst wiederfindet in dem allumfassenden Gedanken der Menschheit (9. Sinfonie) . So wird die Musik plötzlich beredt; der Hörer fühlt sich von der Persönlichkeit ihres Schöpfers unmittelbar angeredet. Hier liegt Beethovens Größe - hier liegt aber zugleich die Gefahr der Wirkung dieser Musik: da der Hörer so leicht von ihrem menschlichen Gehalt ergriffen wird, nimmt er Beethoven zuweilen nur von der Gefühlsseite und überhört den Klang ernster Geistigkeit des Werkes. Dieser Gefahr ist (von Ausnahmen wie etwa Brahms abgesehen) die ganze musikalische Romantik erlegen.
Die Thematik Beethovens ist einfach, fast immer bildet ein Dreiklang das Gerüst der Themen; und ein Grundthema beherrscht zumeist die sinfonischen Werke: wie der freie, unabhängige Mensch auch in der weiten Welt sein Ich, seine Einmaligkeit bewahrt. Freilich, Beethoven spielt nicht mit seinem Grundthema; vielmehr lauscht er in die Töne hinein, ob er nicht das Weben göttlich-menschlicher Kräfte in ihnen erkenne. Und seine Erkenntnisse gibt er dem Willigen preis. Kühnheit und Trotz sind nicht Ziel dieser Musik, sondern nur Mittel: das Mittel nämlich, wie durch ein Gewitter zu befreiender Klarheit zu gelangen, oder musikalisch gesprochen: die innere Kraft des Dreiklangs zu offenbaren.
Ungebärdiger Inhalt und gemeisterte Form, scharf gezeichnete Thematik und gewaltiges Aufbiegen ihrer Fesseln, herrische Gliederung und aufbegehrende Akzente - das sind die eigentlichen Spannungen der beethovenschen Musik. Gleich nah und gleich entfernt steht sie zur musikalischen Klassik und zur Romantik.
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