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Niels Wilhelm GADE
1817-1890

 

Niels Wilhelm Gade (1817 -1890, Däne), geb. in Kopenhagen als Sohn eines Instrumentenmachers. Zunächst unterrichtet er sich selbst; erst spät nahm er geregelten Unterricht. 1843 ging er nach Leipzig, wo er sich mit Mendelssohn und Schumann befreundete. Vorübergehend Leiter der Gewandhauskonzerte. Seit 1848 Dirigent der Musikvereinskonzerte in Kopenhagen. Er hinterließ u.a.: Sinfonien, Suiten, Ouvertüren, Kammermusik, Klavierwerke, Chorschöpfungen, Lieder.

 

 


Ouvertüre »Nachklänge aus Ossian«
Sinfonie c-Moll, Nr. 1

 

 

Niels Wilhelm Gade (1817 -1890, Däne), geb. in Kopenhagen als Sohn eines Instrumentenmachers. Zunächst unterrichtet er sich selbst; erst spät nahm er geregelten Unterricht. 1843 ging er nach Leipzig, wo er sich mit Mendelssohn und Schumann befreundete. Vorübergehend Leiter der Gewandhauskonzerte. Seit 1848 Dirigent der Musikvereinskonzerte in Kopenhagen. Er hinterließ u.a.: Sinfonien, Suiten, Ouvertüren, Kammermusik, Klavierwerke, Chorschöpfungen, Lieder.

Robert Schumann hat einmal gesagt, sein Freund Gade sei schon dadurch zur Musik vorbestimmt, daß sein Name sich aus den Benennungen der vier Geigensaiten zusammensetze. Damit wollte er andeuten, Gade sei ein geborener, ein ursprünglicher Musiker. Ursprünglichkeit ist in der Tat das wesentliche Kennzeichen des Meisters. Man bezeichnet ihn als Haupt der romantischen Musik Dänemarks; aber er war Romantiker von Geburt, nicht zufolge gedanklichen Strebens. Gades Werk ist auf einen volkstümlichen Ton gestimmt; doch das geschieht nicht aufdringlich und bewußt, sondern eine volksnahe Art entströmt unmerklich der Musik des dänischen Meisters. Sicher ist seine Schaffensweise von Schumann, dem Tondichter, und von Mendelssohn, dem Formgewandten, beeinflußt worden; aber diese Einflüsse vermochten den Kern Gades nicht zu berühren. Volksmusik, Kunstmusik, ursprüngliche Begabung und unbeirrbare Schlichtheit vereinen sich in Gades Schaffen zu künstlerischem Ausdruck. In Deutschland hört man neben anderen Werken vor allem die Ouvertüre »Nachklänge aus Ossian« und die 1. Sinfonie in c-Moll.

 

 

»Nachklänge aus Ossian« und die 1. Sinfonie in c-Moll.

Die Ouvertüre »Nachklänge aus Ossian« ist Gades erstes Werk (1841). Mit ihr hatte er einen Preis des Kopenhagener Musikvereins gewonnen, der es ihm ermöglichte, längere Zeit im Ausland zu studieren. Ossian, der angebliche Sohn Fingais, galt zu Gades Zeiten als altkeltischer Sänger heldischer Begebenheiten und starken Naturgefühls. (Auch Goethe stand unter dem Eindruck des Ossianischen Sagenbuches.) Gade faßt nun sein allgemeines Bild von Ossian in einer Ouvertüre zusammen. Aufbau und Tonsprache sind sehr schlicht. Die Einleitung bringt in den Streichern eine ahnungsvoll aufklingende Weise, die langsam emporwächst und im Orchester als heldisches Sängerthema aufsteigt (mit Harfe!). Der Ausklang wiederhol t das kriegerische Sängerthema und schließt mit den stillversonnenen Streicher-»Nachklängen« der Einleitung.

 

 

 

Sinfonie c-moll Nr. 1.

Dieses 1843 geschriebene Werk Gades könnte man als »Edda-Sinfonie« bezeichnen. Zwar ist hier nicht das Gedankengut der altnordischen Dichtung Musik geworden, sondern eher die wehmütige Rückschau auf eine Zeit, in der Götter, Menschen und Natur noch dicht beieinander wohnten; aber dieses musikalische Erinnern hat bei Bekanntwerden der Sinfonie die Gemüter stark ergriffen. (Um Gade in Leipzig einzuführen, setzte Mendelssohn diese Sinfonie und die »Nachklänge aus Ossian« auf die Spielfolge eines Gewandhauskonzertes.) Der erste Satz baut sich auf einem einzigen Thema auf: einleitend (Moderato) bringen es in schwermütigem Ton zunächst die Bratschen, später die Geigen, im Hauptteil erscheint es dann kraftvoll gespannt in strafferem Rhytmus. Das Scherzo ist wiederum vorwiegend rhytmisch bestimmt; Jagen und fröhliches Hetzen durch eine noch junge Natur mit allerlei Zauberwesen. Zwar heißt der dritte Satz»Andantino grazioso«, doch ist er weniger »grazioso« (also »anmutig«) als ernst. Das Hauptthema der Oboe scheint äußerlich geglättet, verrät aber eine tiefe Wehmut. Der Schlußsatz greift das kraftvolle Thema des ersten Satzes rhythmisch und melodisch wieder auf. Gedanklich nähert er sich der »Ossian«-Ouvertüre, vor allem dort, wo die Bläser einen gewaltigen Hochgesang anstimmen, den die Geigen umranken.

 

 

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