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Konzertführer
Georg Friedrich HÄNDEL 1685-1759
Einführung Orchesterwerke Kammermusik Klaviermusik Oratorien
Orchesterwerke
Concertigrossi.
Am bekanntesten sind die zwölf Concerti der Opuszahl 6, geschrieben für Streicher und Cembalo (in der Opuszahl 3 werden die Geigen durch Oboen verstärkt, daher die irrtümliche Bezeichnung „Oboenkonzerte“). Der Name, »concerto« (also»Wettstreit«) findet seine Berechtigung darin, daß einem concerto grosso« das »concertino« gegenübertritt; heute würden wir sagen: volles Streichorchester gegen Solistengruppe (zwei Sologeigen und ein Solocello). Die zwölf Concerti bestehen nach Suitenart meist aus vier bis sechs Sätzen, nähern sich zuweilen der Sonatenform, mischen auch wohl Suite und Sonate unbedenklich ineinander. Irgendwelche Schwierigkeiten bieten die Concerti grossi dem Hörer nicht, wer eines begreift, versteht sie im Grunde alle.
Als Beispiel für die suitenartige Anordnung der einzelnen Sätze diene das 9. Concerto (F-Dur). Ein kurzes Largo gibt die Grundlage. Dann folgt ein lebhaft bewegtes Allegro von ziemlicher Ausdehnung, das rhythmisch sehr bestimmt dahineilt . Es schließt sich das 6/8 Larghetto mit seinem höchst eigenwilligen Rhythmus an (d-Moll). Nun wieder ein Allegro, diesmal als kleine Fuge. Den Ausklang bilden zwei kleine Tanzstücke: ein Menuett und eine Gigue. - In dieser scheinbar zwanglosen Folge (»Suite«) gibt es als nur einen Gestaltungsgrundsatz: den des Wechsels von langsam und schnell. Diesem Gegensatzpaar entspricht innerhalb der einzelnen Stücke ein Wechsel von laut und leise.
Mehr der Sonatenform angenähert das 12. Concerto (h-MolI). In der Mitte ein wundervoll schlichtes Larghetto, die Außensätze dagegen zwei Allegro-Stücke, kraftvoller, ja stürmischer Art (besonders die Gigue des Schlußteils). Also eine klare Dreiteilung des Gesamtwerks, nur leicht verschleiert durch knappe langsame Einleitungen zu den Allegrosätzen.
»Wasser-Musik« und »Feuerwerks-Musik«. Nach dem in der Einleitung Gesagten wird man sich nicht darüber wundern, daß ein Meister wie Händel es nicht unter seiner Würde fand, Gebrauchsmusik für höfische und gesellschaftliche Belustigungen zu schreiben, so für Bootsfahrten des Königs auf der Themse oder Feuerwerksveranstaltungen in den großen Parks. Es handelt sich hier also um Freiluft-Musiken, dementsprechend überwiegt in der Originalbesetzung der Bläser- und nicht der Streicherklang. Nur wenige Orchester von heute haben die Möglichkeit, die Bläsergruppen so stark zu besetzen, daß der von Händel beabsichtigte Klang zustande kommt; zudem eignet sich die für das freie gedachte Instrumentation nicht für den geschlossenen Konzertsaal. Daran mag es liegen, daß die Wasser- und die Feuerwerks-Musik nicht so oft aufgerührt werden.
Die »Wasser-Musik« besteht aus einer Aneinanderreihung von Tanzstücken. Grundlage des Orchesterklanges bilden Streicher und Oboen (in mehrfacher Besetzung). Eine Abwechslung wird dadurch hervorgerufen, daß zu den Streichern und Oboen bald die Hörner, bald die Trompeten, bald die Flöten (stets mehrfach) hinzugezogen werden. Das Schlußstück wird dann vom ganzen Orchester ausgeführt. - In der »Feuerwerks-Musik« ist der Klang noch kräftiger und offener. Der Form nach haben wir es hier wieder mit einer Reihe von Tanzstücken zu tun, gelegentlich durchsetzt mit verinnerlichten Stimmungen. Die stark besetzten Oboen, Trompeten und Hörner bilden Klanggruppen von besonderer Eigenheit: bald wechseln sie miteinander ab, bald blasen sie gemeinsam, bald »konzertieren«, also wetteifern sie.
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