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Konzertführer
MOZARTJAHR 2006
MOZARTJAHR 2006 engl.
MOZARTEUM
BIOGRAPHIE
MOZART Hauptseite
Wolfgang Amadeus MOZART 1756-1791
Kammermusik
Besonders in der Kammermusik Mozarts spiegelt sich das abklingende Rokoko, diese kunstvoll-anmutige, seelisch-verzärtelte, ganz dem Augenblick lebende Kultur, vor allem aberdasahnende Wissen um die Gefahren, die sein Ende umlauern: sie bedeuten den Tod einer höfischen Gesellschaftskultur, dem man trotz allen Schauern der Seele lächelnden Auges in zierlicher Haltung entgegentänzelt. Was Haydn vom Geistigen her geschaffen hat, das bewirkt Mozart vom Seelischen her. Ist bei Haydn der schnelle, gedanklich und thematisch gestraffte Hauptsatz Ausgangspunkt für die Gestaltung des Ganzen, so wurzelt Mozart in der singenden Innigkeit des langsamen Satzes.
Von den Klavier-Violin-Sonaten sind die früheren Werke wohl ausnahmslos der Hausmusik zuzuordnen, weil sie im Grunde Klaviersonaten mit vielfach nur begleitender Violine darstellen. Zu echter Zwiesprache der beiden Instrumente kommt es erst in den reifen Sonaten, von denen die in Es-Dur (Köchel 481) als bedeutendes Werk beispielmäßig hervorgehoben sei. Der an Einfällen und raschem Wechsel überströmende, vor allem in der Durchführung wie stegreifartiges Konzertieren anmutende Kopfsatz und die erlesenen Variationen des Finales umrahmen einen der schönsten langsamen Sätze Mozarts. Es ist ein Adagio in As-Dur; der Form nach ein Rondo, das Hauptthema wird bei jeder Wiederkehr verändert. Dazwischen zwei Seitensätze in f-Moll und Des-Dur, in denen die Geige schwärmerisch verklärt singt, umspielt von der ebenfalls melodisch geführten Klavierstimme.
Die Klaviertrios stammen zwar aus Mozarts Meister-Jahrzehnt, enthalten auch zahlreiche Schönheiten, doch müssen wir sie hier übergehen, weil in ihnen das Klavier mehr in den Vordergrund tritt und sie mehr Stegreifartiges enthalten, als dem eigentlichen Kammermusikstil zuträglich ist.
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