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Konzertführer
Louis (Ludewig) SPOHR 1784-1859
Geigenkonzert
Louis (Ludewig) SPOHR. (1784-1859) erhielt frühzeitig Geigenunterricht. 1799 Kammermusiker des braunschweigischen Herzogs. Mehrere ausgedehnte, erfolgreiche Auslandsreisen als Geiger und Komponist. Später Geiger in Gotha, Kapellmeister in Wien (1812), dann in Frankfurt (1817). Seit 1822 Hofkapellmeister in Kassel. 1857 zwangspensioniert. Hauptwerke: Opern, Oratorien, Chöre, Geigenkonzerte, Kammermusik.
Von diesem prachtvollen Romantiker kennt man heute leider fast nur noch sein 8. »Geigenkonzert in Form einer Gesangsszene« (1816). Man darf sich vorstellen: die zuvor bewegte Bühnenhandlung ruht, der Held oder die Heldin haben Muße zum Besinnen und strömen ihre Gefühle in Gesängen aus. Zunächst, nach der Einleitung, ein Rezitativ. In seinen wechselnden Zeitmaßen und dem Absetzen von Tutti und Solo, scheint noch die Erregung des Geschehenen nachzuschwingen; Ruhepunkte stellen sich ein, werden wieder abgelöst von treibenden Ausbrüchen. Dann folgt ein Arioso, in dem die Sologeige ihr Leid und ihre Sehnsucht in schwärmerischen Gängen aussingt, bis endlich, vorbereitet durch ein Rezitativ, die Arie (Allegro) mit dem weitgespannten, kraftvollen Hauptthema aus Vorgängen (Rezitativ) und Besinnen (Arioso) ein neues Tatbild formt. Die stilistische Eigentümlichkeit von Spohrs Geigenkonzerten beruht auf einer Mischung echt romantischer Gefühlsweichheit mit strenger geigerischer Zucht.
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