theateraustria.net


OPER & OPERETTE

OPERNHÄUSER

OPERNFÜHRER

OPERETTENFÜHRER

GESCHICHTE

FACHWÖRTER-LEXIKON

FLAMENCO & TANZ

SPIELPLÄNE

FLAMENCO-STUDIOS

TANZSCHULEN

GITARRE

KÜNSTLER

KÜNSTLER EINTRAGEN

FLAMENCO LINKS

GESCHICHTE

STILARTEN

KLASSIK

SPIELORTE

KONZERTFÜHRER

INSTRUMENTENKUNDE

THEATER

THEATER & KABARETT

ENGL.THEATERS

ADRESSEN & DIVERSES

MUSEEN

LINKS

IMPRESSUM

 

 

 

Konzertführer

Noten

 

Richard STRAUSS
1864-1949

 

 

 


Einführung
Orchesterwerke 1
Orchesterwerke 2
Orchesterwerke 3
Orchesterwerke 4
Chorwerke

 


Orchesterwerke 1

»Aus Italien«, Sinfonische Fantasie (1887). Eine Sinfonie hatte Strauss als Sechzehnjähriger, eine andere als Zwanzigjähriger geschrieben; mit der sinfonischen Fantasie »Aus Italien« wandte er sich dann bereits merklich der sinfonischen Dichtung zu. Daran ändert auch die Viersätzigkeit des Werkes nichts. - Erster Satz: »In der Campagna.« Zu Beginn ein großes Schweigen in der von Geschichte durchtränkten Ebene bei Rom, doch Stimmen in der Luft, verweht wie Geisterstimmen. Dann scheinen sich Erinnerungen an große Zeiten zu mischen mit dem Heute (erstes Thema), man fühlt sich klein vor den düster-großartigen Ereignissen des Einst (weitgespannte Streicherweise) , empfindet sich befeuert durch das Beispiel von Tatmenschen (Trompetensignal). So reiht sich -kunstvoll verbunden - Bild an Bild, bis die Eingangsstimmung wiederkehrt. - Zweiter Satz: »In Roms Ruinen«. Dieses Allegro molto con brio sagt uns heute kaum noch etwas. Nach Strauss sollte es andeuten: Phantastische Bilder entschwundener Herrlichkeit, Gefühle der Wehmut und des Schmerzes inmitten sonnigster Gegenwart.« - Dritter Satz: »Am Strande von Sorrent.« Musikgewordenes Natur- und Farbenspiel. Zum ersten Male der Klangzauberer Strauss. Helle Sonne, weißer Strand, funkelnde Wellen schimmern aus dem dichten Klanggewebe schwirrender Holzbläserfiguren und Streichergänge. Aus dem Funkeln und Gleißen heben sich drei Weisen heraus: ein leiser, ausdrucksvoller Gesang der Geigen, darauf ein deutsch-empfindsames Lied der Klarinetten und Fagotte, endlich in der Oboe (a-Moll) ein italienisches Gondellied. -Vierter Satz: »Neapolitanisches Volksleben.« Beckenschlag, aufwirbelnder Akkord, geschäftiges Durcheinander - dann der alte, junge italienische Schlager: »Funiculi - Funicola«, tausendmal gehört, immer wieder zum Lächeln und Mitpfeifen reizend, nie aber so wendig und lebendig wie hier, wo der Gassenhauer durch die Instrumente kobolzt, alles auflockert und aufknöpft, fröhlich und frech, pfiffig und verschmitzt. Neue Themen tauchen aus dem Gewühl auf, meist ebenfalls tänzelnd und lachend, zuweilen bieder und zutraulich.

 

»Don Juan.«Tondichtung nach Nicolaus Lenau (1889). Grundgedanke - nach der Dichtung von Lenau - ist das ewige Suchen, aber nicht im Jenseits, sondern im Diesseits. In diesem Werk verficht Strauss das Recht des Lebendigen. Es ist klanggewordene Wirklichkeits¬kunst und Naturwissenschaft zugleich. Ein Reigen der Liebe, getanzt von den Genien eines Fünfundzwanzigjährigen, nach mehr als sechs Jahrzehnten frisch und bedeutend wie am ersten Tag. Drei Themen Don Juans: das erste springt mit unbändigem Schwung in die Welt, unehrerbietig, selbstherrlich die Harmonie beiseite schiebend, in eigenwilligem Rhythmus sein Ich betonend. Nach dem Überschwang das Verlangen, im unwiderstehlichen Fortissimo der Geigen dahinziehend. Später ein drittes: lockend und stolz im Hörn, siegesgewiß, männlich. Um diese Themen ranken sich die der verschiedenen Frauen: bald betörend und vielsagend, bald bebend und ängstlich. Dazu Gebärden des Flehens und der Abwehr, des Herausforderns und des Überdrusses. Klanggewordenes Bühnenbild, ohne daß die musikalische Form gesprengt würde (freie Sonatenform und Rondo). Der Ausklang: »Und plötzlich ward die Welt mir wüst umnachtet... und alt und dunkel ward es auf dem Herd.«Mitten in ein jauchzendes Glissando der Harfe und drängende Akkorde des Orchesters fällt eine Generalpause - Stille. Nur mühsam kehrt der Klang zurück in den leisen Bläsern, den geduckt, zusammensinkenden Geigen. Unheilvoll murmelt die Pauke, stockende Dissonanzen der Bläser, Moll-Schritt der Fagotte, zwei letzte Herzschläge der gezupften Streicher. Nacht.

 

 

»Tod und Verklärung« (1889 geschrieben). Zum besseren »Verständnis« wird auf den Hörfolgen meist ein schlechtes, rührseliges Gedicht von Alexander von Ritter abgedruckt; diese wurde nach der sinfonischen Dichtung geschrieben und von Strauss seiner Partitur vorangestellt, also als Deutung gebilligt. Tod und Verklärung sind auch von anderen Tondichtern in Klänge gebannt worden; diese Art jedoch, in der Strauss vorgegangen ist, scheint allzu zeitbedingt in ihrer Rührseligkeit. Der Tondichter schildert nicht nur den Tod, sondern das Sterben: die pochenden, schleppenden Rhythmen zu Beginn des Werkes lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Die ganze Einleitung malt eine Sterbeszene mit allen Einzelheiten. Dann, im eigentlichen Hauptsatz, verwirren sich Jetzt und Einst, Fieberschauer und Erinnerungen an ein Leben voll Glück und Kampf. Wie verheißend steigt das Verklärungsthema auf, mehr andeutend als verwirklicht, Lichtschein des Jenseits. Der Schluß leitet wieder zur Stimmung des Beginns zurück. Doch nun ist das Verkrampfte, Gepeinigte einer gelösten Verfassung gewichen. Der Tod vermochte den Leib zu besiegen, aber nicht den Geist. Das Verklärungsthema entwächst dem Orchester, überglänzt die Stirn des Entschlafenen, schwingt sich empor. - Die dreiteilige Anlage macht das Werk gedanklich und musikalisch sehr übersichtlich. Darauf (und auf Ritters Gedicht) mag die Beliebtheit der Schöpfung zurückzuführen sein.

 

[Theateraustria.net] [Theater] [musik-klassik] [Oper] [Bühne&Kabarett] [Flamenco-spielplan] [flamenco- gesang] [Links] [impressum] [opernführer-alt] [studios-flamenco] [oper-spielplan] [!Tanzschulen!] [Museen] [Hotels] [Konzertführer] [Konzertführer - Bach] [Konzertführer - Bartok] [Konzertführer - Beethoven] [Konzertführer - Berg] [Konzertführer - Berlioz] [Konzertführer - Bizet] [Konzertführer - Borodin] [Konzertführer - Brahms] [Konzertführer - Bruch] [Konzertführer - Bruckner] [Konzertführer - Busoni] [Konzertführer - Chopin] [Konzertführer - Cornelius] [Konzertführer - d´Albert] [Konzertführer - David] [Konzertführer - Debussy] [Konzertführer - Dvorak] [Konzertführer - Egk] [Konzertführer - Falla] [Konzertführer - Franck] [Konzertführer - Gade] [Konzertführer - Glasunow] [Konzertführer - Gluck] [Konzertführer - Grieg] [Konzertführer - Haas] [Konzertführer - Händel] [Konzertführer - Hartmann] [Konzertführer - Haydn] [Konzertführer - Hindemith] [Konzertführer - Honegger] [Konzertführer - Lalo] [Konzertführer - Liszt] [Konzertführer - Mahler] [Konzertführer - Mendelsohn-Bartholdy] [Konzertführer - Milhaud] [Konzertführer - Mozart] [Konzertführer - Mussorgskij] [Konzertführer - Nicolai] [Konzertführer - Orff] [Konzertführer - Pfitzner] [Konzertführer - Prokofiew] [Konzertführer - Rachmaninow] [Konzertführer - Raff] [Konzertführer - Ravel] [Konzertführer - Reger] [Konzertführer - Respighi] [Konzertführer - Reznicek] [Konzertführer - Rimskij-Korsakow] [Konzertführer - Rubinstein] [Konzertführer - Saint-Seans] [Konzertführer - Schillings] [Konzertführer - Schönberg] [Konzertführer - Schostakowitsch] [Konzertführer - Schubert] [Konzertführer - Schumann] [Konzertführer - Sibelius] [Konzertführer - Skrjabin] [Konzertführer - Smetana] [Konzertführer - Spohr] [Konzertführer - Strauss] [Konzertführer - Strawinsky] [Konzertführer - Tschaikowsky] [Konzertführer - Verdi] [Konzertführer - Wagner] [Konzertführer - Weber] [Konzertführer - Webern] [Konzertführer - Wolf] [konzerte-spielplan] [CD & DVD Archiev] [Flamenco Links] [Operettenführer] [Instrumentenkunde - Fachwörter A-F] [Instrumentenkunde - Fachwörter G-L] [Instrumentenkunde - Fachwörter M-R] [Instrumentenkunde - Fachwörter S-Z]