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Opernführer
MOZARTJAHR 2006
MOZARTJAHR 2006 engl.
MOZARTEUM
BIOGRAPHIE
Wolfgang Amadeus MOZART 1756-1791
Opern
Die Entführung aus dem Serail Figaros Hochzeit Don Giovanni Cosi fan tutte Die Zauberflöte
Wolfgang Amadeus M. wurde 1756 in Salzburg als Sohn eines hervorragenden Musikers geboren. Als Sechsjähriger bezauberte er die Wiener und Münchener Gesellschaft durch sein Klavierspiel, mit elf Jahren erhielt er vom kaiserlichen Hof einen Opernauftrag, mit zwölf Jahren wurde er Hofkapellmeister in Salzburg. Reisen durch Deutschland, Frankreich, Italien und die Schweiz waren ein einziger Triumphzug für den glänzenden Klavierspieler. Seit seinem 21. Jahre lebte er in Wien; aber selbst als seine großen Meisterwerke (Opern, Sinfonien, Konzerte, Kammermusik, Sonaten, Messen usw.) längst veröffentlicht waren, war sein Dasein ein ständiger Kampf um das tägliche Brot. Gestorben 1791 in Wien, beerdigt in einem Massengrab der Armen.
Immer wieder muß es gesagt werden: Mozart ist nicht nur der heitere Götterliebling mit wohlgepudertem Zöpfchen, als den man ihn auch heute noch vielfach ansieht, sondern eine durchaus tragische Gestalt in einer tragisch-zwiespältigen Zeit. An Fürstenhöfen zeitweilig gehätschelt und an anderen wie ein dummer Lakai behandelt, als Musiker hochgeschätzt und als Mensch in ewigen Sorgen, im spielerischen Rokoko aufwachsend und es traurig-lächelnd überwindend, einer Gesellschaftskultur verpflichtet, deren Hohlheit ihn im Grunde anwidert, süß geglättete Weisen schreibend, hinter deren Oberfläche es zuweilen düster wetterleuchtet - nein, das ist kein lichter Musensohn. Zwischen Licht und Schatten, sehr hellem Licht und sehr dunklem Schatten ist seine Kunst angesiedelt, und das menschlich Bewundernswerte wie künstlerisch Meisterhafte sollte man gerade darin erblicken, daß Mozart die Zerrissenheit seiner Zeit nicht grob nachbildete, sondern in edel gemeisterter Haltung gestaltete - selbst dort, wo er aus seinen Nachtgedanken kein Hehl machte.
DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL
Handelnde Personen
- Selim, Bassa (Sprechrolle)
- Konstanze, Geliebte des Belmonte (Sopran/Koloratur-Sopran)
- Blonde, Zofe der Konstanze (Sopran)
- Belmonte, spanischer Edelmann (Tenor/lyrischer Tenor)
- Pedrillo, Bedienter des Belmonte und Aufseher über die Gärten des Bassa (Tenor/Spieltenor)
- Osmin, Aufseher über das Landhaus des Bassa (Bass/Buffo-Bass)
- Klaas, ein Schiffer (Sprechrolle)
- Ein Stummer
- Wache
- Chor der Janitscharen
Handlung
Vorgeschichte
Konstanze, eine junge Spanierin, ihre englische Zofe Blonde und deren Freund, der Diener Pedrillo, sind nach einem Seeräuberüberfall von Konstanzes Verlobtem, dem spanischen Edelmann Belmonte, getrennt worden und auf einen Sklavenmarkt verschleppt worden. Glücklicherweise kauft sie Bassa Selim, ein gebürtiger Spanier, einst Christ und jetzt Moslem, und sorgt dafür, dass sie in seinem am Meer gelegenen Palast unter halbwegs erträglichen Bedingungen leben können. Belmonte hat nach Monaten einen Brief seines Dieners Pedrillo erhalten und kennt nun endlich Schicksal und Aufenthaltsort der Vermissten. Er segelt zu der von Pedrillo bezeichneten Küste, entschlossen, die Entführten ein weiteres Mal zu entführen.
Erster Akt
Belmonte sucht seine Verlobte Konstanze (Arie: "Hier soll ich dich denn sehen, Konstanze, dich mein Glück!"). Osmin, Selims Diener, betritt den Garten, um Feigen zu pflücken. Obwohl er von Belmonte mehrfach angesprochen wird, ignoriert er ihn vollständig (Aria: "Wer ein Liebchen hat gefunden"). Belmonte bedrängt ihn wegen Informationen (Duett: "Verwünsch seist du samt deinem Liede!"). Osmin ist verärgert (Arie: "Solche hergelaufne Laffen"). Nachdem Osmin gegangen ist, trifft Belmonte auf Pedrillo und die beiden beschließen, Konstanze zu entführen (Arie: "Konstanze, dich wiederzusehen, dich!").
Von einem Janitscharenchor begleitet ("Singt dem großen Bassa Lieder") tritt Selim mit Konstanze auf, um deren Liebe er vergebens wirbt; sie eröffnet ihm, dass ihr Herz bereits vergeben ist (Arie der Konstanze: "Ach ich liebte, war so glücklich"). Auf Pedrillos Anraten stellt Selim Belmonte als Baumeister ein, aber Osmin verweigert ihm den Zutritt zum Palast (Terzett: "Marsch! Trollt euch fort!")
Zweiter Akt
Blonde weist die rüden Annäherungsversuche Osmins zurück (Arie: "Durch Zärtlichkeit und Schmeicheln."). Nach einem Duett ("Ich gehe, doch rate ich dir, den Schurken Pedrillo zu meiden") lässt Osmin schließlich von ihr ab. Blonde versucht, Konstanze in ihrem Kummer zu trösten (Rezitativ und Arie: "Welcher Wechsel herrscht in meiner Seele" - "Traurigkeit ward mir zum Lose"). Als Bassa Selim ihre Liebe einfordert und ihr Gewalt androht, trotzt sie ihm und wünscht sich den Tod (Arie: "Martern aller Arten").
Pedrillo informiert Blonde, die seine Geliebte ist, dass Belmonte in der Nähe und alles für die Flucht vorbereitet sei. Blonde ist voller Freude (Aria: "Welche Wonne, welche Lust"). Pedrillo lädt Osmin zu einer Flasche Wein ein in der Hoffnung, ihn betrunken machen zu können (Aria: "Frisch zum Kampfe, frisch zum Streite" und Duett: "Vivat Bacchus! Bacchus lebe!"). Mit diesem Plan gelingt es ihm, Osmin aus dem Weg zu räumen, so dass Belmonte seine geliebte Konstanze treffen kann (Quartett, Belmonte, Konstanze, Pedrillo, Blonde: "Ach, Belmonte! Ach, mein Leben."). Zwischen den Liebenden tut sich ein Abgrund auf angesichts der Frage, ob die beiden Frauen ihren Geliebten bisher treu geblieben sind. Die beiden Paare finden jedoch wieder zueinander und planen die Flucht.
Dritter Akt
Belmonte und Pedrillo schleichen mit Leitern in den Garten, um die Befreiungsaktion zu starten (Arie, Belmonte: "Ich baue ganz auf deine Stärke"; Romanze, Pedrillo: "In Mohrenland gefangen war ein Mädel hübsch und fein"). Belmonte kann zunächst mit Konstanze fliehen, doch als Pedrillo und Blonde ihnen folgen wollen, werden sie von Osmin gefasst (Arie: "Ha, wie will ich triumphieren"), Belmonte und Konstanze werden ebenfalls zurück in den Garten gebracht. Bassa Selim, der in Belmonte den Sohn seines Todfeindes erkennt, will sie zum Tode verurteilen. Konstanze und Belmonte nehmen Abschied vom Leben (Duett: "Welch ein Geschick! O Qual der Seele."). Der Bassa will der Unmenschlichkeit von Belmontes Vater als Rache jedoch seine Großmut entgegensetzen. Er vergibt Konstanze den Verrat und schenkt den vier Europäern die Freiheit – sehr zur Bestürzung von Osmin, der eine grausame Hinrichtung vorgezogen hätte (Finale: "Nie werd' ich deine Huld verkennen"; darin: "Erst geköpft, dann gehangen, dann gespießt auf heiße Stangen").
FIGAROS HOCHZEIT
Handelnde Personen
- Graf Almaviva (Bariton)
- Gräfin Almaviva (Rosina) (Sopran)
- Figaro, Kammerdiener (Bariton oder Bass)
- Susanna, Mündel und Kammerzofe der Gräfin, Figaros Verlobte (Sopran)
- Cherubino, Page des Grafen und Barbarinas Verlobter (Mezzosopran oder Sopran)
- Marcellina, Beschließerin im gräflichen Schloss (Mezzosopran)
- Bartolo, Arzt aus Sevilla (Bass)
- Basilio, Musikmeister der Gräfin (Tenor)
- Don Curzio, Richter (Tenor)
- Antonio, Gärtner und Susannas Onkel (Bass)
- Barbarina, Tochter des Antonio (Sopran)
- Zwei Frauen
- Chor der Landleute (Coro di Contadini)
Handlung
Die Handlung der Oper ist die direkte Fortsetzung von Beaumarchais’ Le barbier de Seville (Der Barbier von Sevilla). Rosina ist nun die Gräfin Almaviva; ihr Mann, kein Muster an Tugend, bemüht sich um die Liebe von Antonios Tochter Barbarina. Als er den Pagen Cherubino bei der Gräfin entdeckt, versucht er ihn loszuwerden, indem er ihm ein Offizierspatent verschafft. Figaro ist in den Dienst des Grafen getreten und trifft gerade die Vorbereitungen für seine Hochzeit mit Rosinas Mündel Susanna. Die Rolle des Cherubino wird als Hosenrolle, also von einer Frau gesungen.
1. Akt
Ein Zimmer im Schloss. Figaro misst den Raum, den er nach der Hochzeit mit seiner Braut Susanne bewohnen will, aus, um die Möbel zu stellen. Susanna probiert vor dem Spiegel einen Hut an (heutzutage wird, um der französischen Vorlage näher zu kommen, der Hut meist durch einen Brautschleier ersetzt) (Duett: „Cinque, dieci, venti, trenta, trentasei, quarantatre“ - „Fünf, zehn, zwanzig, dreißig, sechsunddreißig“). Figaro hält es für einen Vorteil, dass das Zimmer neben den gräflichen Gemächern liegt (Duett: „Se a caso madama la notte ti chiama.“ - „Sollt′ einstens die Gräfin des Nachts dir schellen“). Susanna klärt ihn darüber auf, dass Graf Almaviva ihr gegenüber seine eigenen Pläne verfolgen könnte und dem Brautpaar deshalb gerade diesen Raum angewiesen hat. Figaro will die Absichten des adeligen Verführers vereiteln (Arie: „Se vuol ballare Signor Contino“ - „Will einst das Gräflein ein Tänzchen wagen“). Dr. Bartolo tritt auf, der von Marcellina, der Haushälterin, engagiert wurde, um Klage gegen Figaro vorzubringen, der ihr zuvor die Ehe versprochen habe, um eine Schuld abzulösen (Bartolos Arie: „La vendetta, oh, la vendetta! - Süsse Rache, du gewährest hohe Freuden“; Duett zwischen Marcellina und Susanna: „Via resti servita, Madama brillante“ - „Nur vorwärts, ich bitte, Sie Muster von Schönheit“). Cherubino erscheint und bittet Susanna um Fürsprache beim Grafen, weil er das Schloss nicht verlassen will (Arie: "Non so più cosa son, cosa faccio" - „Neue Freuden, neue Schmerzen“). Als der Graf und Basilio auftreten, versteckt er sich, und Susanna täuscht eine Ohnmacht vor; in dem Durcheinander springt Cherubino auf einen Stuhl und versteckt sich unter einem Kleid (Terzett: "Cosa sento! Tosto andate, e scacciate il seduttor" - „Wie? Was hör' ich? Unverzüglich geh und jage den Bösewicht gleich fort“). Der von Susanna bisher abgewiesene Graf entdeckt ihn, und er wird nur durch den Auftritt der Landleute von einer Bestrafung des eifersüchtigen Schlossherrn verschont (Chor: „Giovani liete, fiori spargete“ - „Muntere Jugend, streue ihm Blumen“). Der Graf zwingt Cherubino, sich auf den Weg zur Armee zu machen, und Figaro, der auch auf ihn eifersüchtig ist, gibt ihm gute Ratschläge mit auf den Weg (Arie: „Non più andrai, farfallone amoroso“ - „Dort vergiss leises Flehn, süsses Wimmern“).
2. Akt
Zimmer der Gräfin. Die Gräfin beklagt des Grafen Untreue (Arie: „Porgi, amor, qualche ristoro“ - „Heil'ge Quelle reiner Triebe“). Susanna lässt Cherubino herein, und sie fahren fort, ihn in Frauenkleider zu stecken, damit er so die Hochzeit abwarten kann (Arie des Cherubino: „Voi che sapete che cosa è amor“ - „Ihr, die ihr Triebe des Herzens kennt“). Sie frisieren seine Haare - (Susannas Arie: „Venite, inginocchiatevi“ - „Komm näher, knie vor mir“). Der Graf kommt an, Cherubino flieht in das Nachbarzimmer, in das der Graf ebenfalls hinein will, nachdem er jemanden darin gehört hat. Die Gräfin sagt, es sei nur Susanna, und der Graf verlässt mit der Gräfin die Bühne, nachdem er alle Türen abgeschlossen hat, um auf einem anderen Weg ins Nachbarzimmer zu gelangen (Terzett: „Susanna, or via, sortite, sortite, io così vo'“ - „Nun, nun, wird's bald geschehen? Susanna, komm heraus“, Duett: „Consorte mia, giudizio“ - „Frau Gräfin, darf ich bitten?“). Susanna befreit Cherubino (Duett: „Aprite, presto, aprite; aprite, è la Susanna“ - „Geschwind die Tür geöffnet, geschwind, ich bin Susanna!“), der aus dem Fenster springt, und sie betrifft den Raum, aus dem er geflohen ist. Graf und Gräfin kommen zurück. Er denkt, Cherubino habe sich versteckt, findet aber zu seinem Erstaunen nur Susanna vor (Finale: „Esci omai, garzon malnato, sciagurato, non tardar“ - „Komm heraus, verworfner Knabe! Unglücksel'ger, zaudre nicht!“). In der Zwischenzeit versucht Figaro, der die Zudringlichkeiten des Grafen fürchtet, ihn durch einen anonymen Brief vom Erscheinen auf seiner Hochzeit abzuhalten, aber von der Gräfin befragt, gesteht er, dass er der Verfasser ist. Als der Gärtner Antonio einen Brief bringt, von dem er sagt, er sei von einem Mann fallen gelassen worden, der aus dem Fenster floh, behauptet Figaro, dass er bei Susanna gewesen sei. Das Dokument erweist sich jedoch als Cherubinos Ernennung zum Offizier, und Figaro gelangt aus der Klemme, indem er es dem Grafen präsentiert, damit dieser sein noch fehlendes Siegel anbringt. Marcellina, Bartolo und Basilio treten auf und Marcellina bringt ihre Klage über Figaro vor. Die Hochzeit wird verschoben, damit der Graf den Vorwurf untersuchen kann.
3. Akt
Der Festsaal. Der Graf ist aufgrund der vorangegangenen Ereignisse verwirrt, und auf Bitte der Gräfin stimmt Susanna zu, ihn im Garten zu treffen. Zuvor jedoch tauscht sie mit der Gräfin die Kleidung (Duett: „Crudel! Perché finora farmi languir così?“ - „So lang' hab' ich geschmachtet“). Susanna flüstert Figaro zu, dass der Erfolg nun sicher sei und sein Rechtsstreit gewonnen. Der Graf ist verärgert (Arie: „E un ben ch'invan desio“ - „Ich soll ein Glück entbehren“). Es folgt die Szene im Hof, in der sich herausstellt, dass Figaro der uneheliche Sohn von Marcellina und Bartolo ist, so dass er die Haushälterin gar nicht heiraten kann (Sextett Almaviva, Figaro, Don Curzio, Bartolo, die Gräfin und Susanna: „Riconosci in questo amplesso“ - „Lass mein liebes Kind dich nennen“). Die Gräfin bleibt alleine zurück (Rezitativ und Arie: „E Susanna non vien“ - „Und Susanna kommt nicht“), als das Mädchen ankommt und berichtet, dass alles gut verlaufe. Die Gräfin diktiert einen Liebesbrief, den Susanna absenden soll (Duett: „Sull'aria...“ - „Nun, soll ich?“). Der Graf soll die Nadel zurücksenden, die den Brief zusammenhält, um den Empfang zu bestätigen. Ein Chor von jungen Bauern, unter ihnen Cherubino, singt der Gräfin ein Lied („Ricevete, oh padroncina“ - „Gnäd'ge Gräfin, diese Rosen“). Der Graf tritt mit Antonio auf, entdeckt den früheren Pagen, braust auf, wird aber durch Susannas Brief beruhigt. Er verletzt sich seinen Finger mit der Nadel, was ihn weiter ärgert (Marsch und Finale: „Ecco la marcia, andiamo“ - „Lasst uns marschieren! In Ordnung!“). Der Akt schließt mit einer Einladung zum abendlichen Fest. (Chor: „Amanti costanti, seguaci d'onor“ - „Ihr treuen Geliebten, mit Kränzen geschmückt“).
4. Akt
Im Garten (vorher manchmal eine Szene im Korridor). Den Anweisungen im Brief folgend, hat der Graf Barbarina mit der Nadel geschickt, die sie aber verloren hat (Arie: "L'ho perduta... me meschina" - "Unglücksel'ge kleine Nadel"). Figaro erfährt dessen Bedeutung von Barbarina. Aus Eifersucht bringt er Bartolo und Marcellina dazu, auch in den Garten zu kommen, um bei dem Gespräch zwischen dem Grafen und Susanna anwesend zu sein. Marcellina informiert Susanna über diesen Plan (Rezitativ und Arie: "Giunse alfin il momento" - „Deh, vieni, non tardar, oh gioia bella“, „Endlich naht sich die Stunde“ - „O säume länger nicht, geliebte Seele“). Die Gräfin erscheint in Susannas Kleid; Cherubino versucht die vermeintliche Susanna zu küssen wird aber zurückgehalten durch die Intervention des Grafen, der mit der Hand nach Cherubino zielt, aber irgendwie den immer präsenten Figaro trifft. Der Graf verfolgt die vermeintliche Susanna, die ihm geschickt aus dem Weg geht, als die richtige Susanna in den Kleidern der Gräfin auftritt. Figaro berichtet ihr von des Grafen Absichten und erkennt seine Braut. Er spielt die Komödie mit, indem er ihr Ehre als Gräfin erweist, und bekommt erneut eins auf die Ohren. Die beiden schließen Frieden und er spielt weiterhin seine Rolle. Als der Graf erscheint, erklärt er seine Liebe und sinkt vor ihr auf die Knie. Der Graf ruft nach Waffen und seinen Leuten. Lichter werden angezündet und ein allgemeines Wiedererkennen löst die Verwirrung des Grafen ab, der keine Entschuldigung mehr vorbringen kann (Finale: „Pian pianin le andrò più presso“ - „Still, nur still, ich will mich nähern“)
DON GIOVANNI
Handelnde Personen
- Don Giovanni (Bassbariton)
- Il Commendatore (Der Komtur) (Bass)
- Donna Anna, seine Tochter und Braut von Don Ottavio (Sopran)
- Don Ottavio, ihr Verlobter (Tenor)
- Donna Elvira, Don Giovannis verlassene Geliebte (Sopran)
- Leporello, Don Giovannis Diener (Bass)
- Masetto, ein Bauer, Bräutigam der Zerlina (Bass)
- Zerlina, seine Braut, eine Bäuerin (Sopran)
Handlung
1. Akt
Garten. Nacht.
Leporello hält Wache vor dem Haus, in das Don Giovanni geschlichen ist, um Donna Anna zu verführen, die Verlobte von Ottavio (Introduktion: Notte e giorno faticar). Donna Anna und Don Giovanni kommen auf die Bühne, etwas ist passiert. Sie will den Davoneilenden aufhalten, will wissen, wer er ist und schreit um Hilfe. Als ihr Vater, der Komtur, erscheint, rennt sie ins Haus. Der Komtur erzwingt ein Duell und wird von Don Giovanni erstochen, der unerkannt geblieben ist. Anna entdeckt den toten Vater, ist bestürzt, und Ottavio schwört Rache (Rezitativ: Ma qual mai s'offre, o Dei; Duett: Fuggi, crudele, fuggi).
Nacht. Straße.
Don Giovanni und Leporello treten auf (Rezitativ: Orsù, spicciati presto. Cosa vuoi?). Elvira, die er auch verführt hat, erscheint. Don Giovanni erkennt sie nicht und versucht, sich mit ihr bekannt zu machen (Sextett: Ah, chi mi dice mai; Rezitativ: Stelle! che vedo!). Als Don Giovanni merkt, wen er vor sich hat, schiebt er Leporello nach vorne und flieht. Leporello bemüht sich, Elvira zu trösten, indem er eine Liste mit Don Giovannis Liebschaften entrollt (Registerarie: Madamina, il catalogo è questo). Elvira schwört Rache (Rezitativ und Arie: In questa forma dunque).
Als sie gegangen sind, betritt eine Hochzeitsgesellschaft mit Masetto und Zerlina die Szene (Duett und Chor: Giovinette che fate all'amore). Don Giovanni sieht Zerlina, die ihm gefällt, und er versucht, den eifersüchtigen Masetto wegzulocken (Rezitativ: Oh guarda, che bella gioventù; Arie des Masetto: Ho capito, signor sì! ). Don Giovanni und Zerlina sind bald alleine und er beginnt sofort mit seinen Verführungskünsten (Rezitativ: Alfin siam liberati; Duett: Là ci darem la mano).
Elvira kommt hinzu, aber Don Giovanni beantwortet ihre Vorwürfe, indem er Ottavio und Anna andeutet, dass beide, Zerlina und Elvira, geistesgestört seien (Rezitativ: Fermati, scellerato!; Arie der Elvira: Ah, fuggi il traditor; Rezitativ, Ottavio und Anna: Oh, Don Giovanni; Quartett, Elvira, Ottavio, Anna, Don Giovanni: Non ti fidar, o misera). Anna glaubt, in Don Giovanni den Mörder ihres Vaters zu erkennen, und Ottavio entschließt sich, ihn zu beobachten (Rezitativ: Don Ottavio, son morta; Arie der Anna: Or sai chi l'onore und des Ottavio Dalla sua pace la mia dipende). Leporello unterrichtet Don Giovanni, dass alle Gäste der Bauernhochzeit im Haus seien, er Beschäftigung für Masetto gefunden habe, dass die Rückkehr von Zerlina aber alles verdorben habe. Elvira habe er in einen leeren Raum gesperrt.
Der sorglose Don Giovanni ist ausgesprochen vergnügt (sog. Champagnerarie: Finch'han dal vino, calda la testa). Er läuft zum Palast.
Garten mit zwei von außen verschlossenen Türen.
Zerlina folgt dem eifersüchtigen Masetto und versucht, ihn zu besänftigen (Rezitativ und Arie: Batti, batti, o bel Masetto). Don Giovanni führt beide ins Brautzimmer, das bunt ausgeschmückt wurde, und Leporello lädt dazu drei Maskierte ein, Elvira, Ottavio und Anna (Sextett: Sù! svegliatevi da bravi).
Erleuchteter Saal, der für einen großen Ball vorbereitet ist.
Nach der Einführung durch Don Giovanni und Leporello (Riposate, vezzose ragazze) erklingen gleichzeitig Menuett, Kontratanz und Deutscher Tanz. Don Giovanni führt Zerlina weg, während Leporello Masettos Aufmerksamkeit fesselt. Als Zerlinas Hilfeschrei zu hören ist, spielt Don Giovanni eine Komödie, indem er auf Leporello zustürzt und ihn der Verführung Zerlinas anklagt. Da ihm niemand glaubt und er angegriffen wird, kämpft er sich den Weg durch die Menge frei (Schlussszene: Trema, trema, o scellerato).
2. Akt
Straße.
Don Giovanni beruhigt Leporello und tauscht Mantel und Hut mit ihm (Duett: Eh via, buffone, non mi seccar). Leporello wird gezwungen, eine Botschaft zu Elvira zu bringen (Terzett, Elvira, Leporello, Don Giovanni: Ah taci, ingiusto core). Danach singt Don Giovanni dem Mädchen eine Serenade (Deh, vieni alla finestra, o mio tesoro).
Von Masetto und seinen Freunden überrascht, flieht der falsche Leporello und verprügelt Zerlinas Bräutigam (Rezitativ und Arie: Metà di voi qua vadano) Zerlina tritt auf und stößt auf Masetto. (Arie: Vedrai, carino, se sei buonino).
Dunkler, im Erdgeschoß gelegener Vorhof im Haus der Donna Anna mit drei Türen.
Zu Elvira kommen Ottavio, Anna, Masetto und Zerlina, die den falschen Don Giovanni demaskieren. Es wird mehr und mehr zur Gewissheit, dass der wirkliche Don Giovanni der Mörder des Kommendatore ist (Sextett: Sola, sola in buio loco). Dem enttarnten Leporello, der seine Unschuld beteuert, gelingt schließlich die Flucht. In einer Arie beklagt Ottavio erneut das Schicksal seiner Braut (Il mio tesoro intanto). Leporello wird wieder eingefangen und von Zerlina an einen Stuhl gefesselt, bis es ihm schließlich gelingt, sich zu befreien. (Diese für die Wiener Aufführungsserie komponierte Szene wird im Gegensatz zu den anderen neu eingefügten Teilen heute in der Regel ausgelassen. Auch auf Schallplatteneinspielungen, darunter auch solchen von der historischen Aufführungspraxis zuzurechnenden Dirigenten, fehlt diese komödiantisch-burleske Szene in der Regel völlig.)
Geschlossener Platz in Form eines Grabmals. Verschiedene Reiterstatuen; Statue des Komturs.
Leporello berichtet Don Giovanni, was geschehen ist. Eine Stimme von der Statue befiehlt dem Wüstling, still zu sein; auf Befehl Don Giovannis liest Leporello die Inschrift auf dem Sockel: Dell'empio che mi trasse al passo, estremo qui attendo la vendetta. Der Diener erzittert, aber der unverfrorene Don Giovanni lädt voller Ironie die Statue zum Abendessen ein (Duett: O statua gentilissima). Die Statue nickt und antwortet: “Sì/Ja.”
Dunkles Zimmer.
Ottavio macht Donna Anna Vorwürfe, weil sie die Hochzeit verschoben hat (Rezitativ: Crudele? Ah no, giammai mio ben).
Max Slevogt: Don Giovannis Begegnung mit dem steinernen Gast, 1906Saal mit einem gedeckten Tisch. (Finale: Già la mensa è preparata). Elvira tritt ein in der Hoffnung, Don Giovanni zur Reue zu bewegen (L'ultima prova dell'amor mio). Nachdem Elvira abgeht, hört man sie kurz darauf schreien. Giovanni schickt Leporello nach draußen, um nachzusehen, was geschehen ist. Auch Leporello schreit und berichtet nach seiner Rückkehr, dass die Statue gekommen ist. Sie klopft an Giovannis Tür, der von Leporello verlangt, sie zu öffnen. Leporello kommt dem nicht nach, sondern versteckt sich unter dem Tisch, Giovanni öffnet selbst. Nun erscheint die Statue des Komturs und gibt an, Giovannis Einladung zum Essen gefolgt zu sein (Don Giovanni, a cenar teco m'invitasti, e son venuto). Der Aristokrat reagiert anfangs ungläubig, befiehlt jedoch schließlich Leporello, ein Gedeck aufzutragen. Die Statue dagegen meint, nicht wegen des Essens gekommen zu sein. Auf insistierende Nachfragen Giovannis will die Statue von ihm wissen, ob er mit ihr zum Essen käme. Trotz Leporellos Rat, die Einladung abzulehnen, sagt Don Giovanni zu und schlägt ein. Die Kälte der Hand, die ihm der Komtur reicht, lässt Giovanni aufschreien, und er wird aufgefordert, zu bereuen und sein Leben zu ändern. Don Giovanni lehnt dies ab, die Statue meint nun, seine Zeit sei abgelaufen, und geht ab. Flammen umschließen Don Giovanni, der meint, seine Seele würde zerreißen, unterirdische Chöre rufen, gegenüber seinen Sünden sei dies wenig, und Leporello zeigt sich äußerst erschreckt. Schließlich wird Don Giovanni von der Erde verschlungen.
Alle übrigen Personen treten nun mit Gerichtsdienern auf und erkundigen sich beim geschockten Leporello über den Verbleib Don Giovannis. Gleichsam stichwortartig gibt dieser Auskunft. Danach bittet Don Ottavio seine Verlobte darum, ihn endlich zu heiraten, doch Donna Anna will noch ein Jahr, um sich zu beruhigen. Donna Elvira kündigt an, in ein Kloster zu gehen. Zerlina und Masetto gehen nach Hause, um zusammen mit Freunden zu essen, und Leporello will sich in einer Osteria einen besseren Herrn suchen. Am Schluss singen sie: Dies sei das Ende dessen, der Böses tue, und der Tod der Verfluchten sei immer wie ihr Leben (Questo è il fin di chi fa mal! E de' perfidi la morte alla vita è sempre ugual!) Die letzten Szena (Scena ultima), die dieses Ensemble enthält, wurde bis in die 1950er Jahre oft weggelassen (möglicherweise schon in der Wiener Aufführung von 1788, wofür abgesehen vom Wiener Libretto jedoch eindeutige Quellen fehlen), ist aber von Bedeutung für die Konzeption der Oper als Dramma giocoso, in dem das Gute siegt.
Cosí fan tutte
Handelnde Personen
- Fiordiligi (Sopran)
- Dorabella (Mezzosopran)
- Guglielmo (Bariton)
- Ferrando (Tenor)
- Despina (Sopran)
- Don Alfonso (Bassbariton)
Handlung
Erster Akt
Die Oper spielt im Neapel des 18. Jahrhundert. Die jungen Offiziere Ferrando und Guglielmo rühmen sich, dass die beiden aus Ferrara stammenden Schwestern Dorabella und Fiordiligi, die sie über alles lieben, ihnen niemals untreu werden könnten. Don Alfonso aber hat seine eigenen, einschlägigen Erfahrungen und schlägt deswegen Ferrando und Guglielmo vor, doch eine Wette abzuschließen wenn sie so sicher wären. Beide gehen siegessicher darauf ein.
Währenddessen schwärmen sich die Frauen im Garten des Hauses gegenseitig von der unverbrüchlichen Liebe ihrer Partner vor, bis Don Alfonso scheinbar völlig aufgelöst dazu stürzt und ihnen mitteilt, dass Ferrando und Guglielmo auf Geheiß des Königs in den Krieg ziehen müssen. In der folgenden Abschiedsszene besteigen die Männer, nun in Kriegsmontur, schließlich ein Schiff, besetzt von als Soldaten bekleideten Dorfbewohnern. Despina, das Hausmädchen und rechte Hand von Alfonso, versucht, Dorabella und Fiordiligi mit weisen Ratschlägen und Ansichten über Männertreue – insbesondere bei Soldaten – auf andere Gedanken zu bringen. Schon wenig später kehren Ferrando und Guglielmo nun verkleidet als fremdländische Adlige ins Haus zurück, die auch gleich versuchen, die Braut des jeweils anderen zu umschwärmen. Heftig zurückgewiesen täuschen die beiden exotischen Gestalten Selbstmord durch Gift vor und werden vom eilig herbeigerufenen Doktor (in Wirklichkeit die verkleidete Despina) in einer Parodie auf die Methoden des Wiener Arztes Franz Anton Mesmer „geheilt“. Die weitere, mitleidige Fürsorge wird in die Hände von Fiordiligi und Dorabella gelegt. Als die vermeintlichen Selbstmörder erwachen, fordern sie erneut einen Kuss und werden wieder abgewiesen.
Zweiter Akt
Despina erklärt den Schwestern, dass man Liebe und Treue nicht so wichtig nehmen darf. Doch die Herzen der beiden Mädchen sind schon längst erweicht für die Fremden. In romantischer Atmosphäre „fällt“ zunächst Dorabella, Fiordiligi aber wehrt sich noch gegen die eigenen Gefühle und beschließt, ihrem Guglielmo in den Krieg nachzuziehen. Sie wird aufgehalten von Ferrando. Er droht, sich zu töten, wenn sie ihn nicht erhört. Da gesteht sie ihm ihre Liebe. Eine Doppelhochzeit wird vorbereitet, doch nachdem der Ehevertag schon unterschrieben ist, hören die Frauen die Rückkehr der Soldaten. Die verkleideten Ehegatten verlassen heimlich das Zimmer und kommen wieder als Guglielmo und Ferrando. Voller zwiespältiger Freude werden die Männer in die Arme genommen. Don Alfonso spielt den angeblich Heimgekehrten den soeben besiegelten Ehevertrag zu, es kommt zu einer großen Eifersuchtsszene. Die beiden Frauen gestehen zerknirscht ihre Untreue, Ferrando und Guglielmo jedoch, die die Wette mit Alfonso verloren haben, decken ihrerseits den unfairen Schwindel auf. Alfonso befiehlt den vier jungen Menschen, sich zu umarmen und zu schweigen. Despina wird rot vor Scham über ihr Handeln. Am Ende in C-Dur steht ein Loblied: Glücklich sei der Mensch, der alles nur von der besten Seite nimmt und durch die Wechselfälle des Lebens, über die er lacht, hindurch Ruhe bewahrt.
DIE ZAUBERFLÖTE
Handelnde Personen
- Sarastro (Bass)
- Tamino (lyrischer Tenor)
- Sprecher (Bass)
- Erster Priester (Tenor)
- Zweiter Priester (Bass)
- Dritter Priester (Sprechrolle)
- Königin der Nacht (dramatischer Koloratursopran)
- Pamina, ihre Tochter (Sopran)
- Erste Dame (Sopran)
- Zweite Dame (Sopran)
- Dritte Dame (Alt)
- Erster Knabe (Sopran)
- Zweiter Knabe (Sopran)
- Dritter Knabe (Alt)
- Papageno (Bariton)
- Papagena (Sopran)
- Monostatos, ein Mohr (Spieltenor)
- Erster Geharnischter (Tenor)
- Zweiter Geharnischter (Bass)
Inhalt
Sarastro, weiser Priester der Götter Isis und Osiris, hat Pamina in den Tempel gebracht, um sie vor dem Einfluss ihrer Mutter, der Königin der Nacht, zu schützen. Die Königin veranlasst den Prinzen Tamino, ihre Tochter zu finden und zu befreien. Tamino findet sie, wird aber dabei ein Jünger Sarastros, dessen Weisheit er zu bewundern lernt. Außerdem verlieben sich Tamino und Pamina ineinander.
Erster Aufzug
1. Szene: In der Wildnis
Die Königin der Nacht erscheint. Bühnenbild von Karl Friedrich SchinkelTamino wird in der Wildnis von einer Schlange angegriffen. Er fällt in Ohnmacht, wird aber von drei Damen, Dienerinnen der Königin der Nacht, gerettet, die die Schlange töten. Alle drei verlieben sich in Tamino, sie streiten sich wer bei ihm bleibt und auf ihn aufpasst, und hoffen, ihn für sich zu gewinnen; sie verlassen voller gegenseitiger Eifersucht den Schauplatz. Tamino erwacht, und begegnet Papageno. Dessen Prahlerei, die Schlange getötet zu haben, wird von den drei zurückkehrenden Damen bestraft, indem sie seinen Mund mit einem Schloss verschließen, und er keinen Wein sondern Wasser zu Trinken bekommt. Tamino bekommt von den Damen ein „bezauberndes Bildnis“ der entführten Pamina.
2. Szene: Prächtiges Gemach der Königin der Nacht
Die Königin der Nacht tritt auf, klagt über das Leid, das ihr als Mutter zugefügt wurde und bittet Tamino, ihre Tochter Pamina zu befreien. Dafür verspricht sie Tamino ihre Tochter zur Frau.
3. Szene: Selbes Bild wie erste Szene
Die drei Damen befreien Papageno von seinem Mundschloss. Er muss nun gegen seinen Willen Tamino bei seinem Befreiungsversuch begleiten. Zu ihrer Hilfe überreichen die drei Damen Tamino eine goldene Zauberflöte und Papageno ein Glockenspiel. Drei Knaben sollen Tamino und Papageno den Weg weisen.
4. Szene: Ein Raum in Sarastros Palast
Der Mohr Monostatos hat gerade einen Fluchtversuch Paminas vereitelt und bedrängt diese unsittlich. Papageno erscheint im Raum und sowohl Papageno als auch Monostatos erschrecken vor dem Anblick des jeweilig anderen. Monostatos und Papageno fliehen beide aus dem Raum, Papageno aber ist der erste, der sich fasst und in den Raum zurückkehrt. Pamina erfährt von Papageno von der Rettungsaktion und der Liebe Taminos. Papageno klagt sein Leid, noch keine Geliebte zu haben. Beide fliehen.
5. Szene: Gehölz und die Eingänge zu den Tempeln
Die drei Knaben führen Tamino in einen Hain, in dem der Tempel der Weisheit, der Tempel der Vernunft und der Tempel der Natur stehen. Die Tempel der Vernunft und der Natur kann Tamino nicht betreten; am Tempel der Weisheit wird ihm durch einen Priester, der der Sprecher von Sarastros Priesterrat ist, Auskunft über Pamina und Sarastro gegeben. Er weist ihn darauf hin, dass Sarasto Pamina entführen ließ, um sie dem bösen Einfluss der Mutter zu entziehen. Beruhigt darüber, dass Pamina noch lebt, beginnt Tamino auf seiner Zauberflöte zu spielen. Dies lockt wilde Tiere an, die sich sanftmütig um ihn versammeln. Gehört wird das Flötenspiel auch von Papageno, der mit seinem Pfeifensignal nähert. Als er gemeinsam mit Pamina die Szene entdeckt, werden sie jedoch auch von Monostatos und seinen Sklaven entdeckt. Der Versuch, sie zu fesseln, scheitert jedoch, da Papageno sein Glockenspiel erklingen lässt und damit Monostatos und seine Sklaven zwingt, zu singen und tanzen und sich damit von der Szene zu entfernen.
Sarastros tritt auf und bestraft Monostatos Verhalten gegenüber Pamina, gibt ihr aber nicht die Freiheit. Pamina und Tamino erkennen ihre gegenseitige Liebe; Papageno und Tamino müssen im Prüfungstempel gereinigt werden. Die auf der Bühne versammelten preisen Sarastro mit einem Loblied auf seine Tugend und Gerechtigkeit.
Zweiter Aufzug
1. Szene: Ein Palmenhain
In einem Palmenwald verkünden die Priester Sarastro, dass Tamino der Pamina würdig sei. Pamina solle nicht ihrer Aberglauben verbreitenden Mutter zurückgegeben werden, sondern mit Tamino vereint werden.
2. Szene: Der Hof des Prüfungstempels
Die erste Prüfung Taminos und Papagenos besteht darin, unter der Versuchung schweigsam zu bleiben. Die drei Damen treten auf. Tamino bleibt stumm, aber Papageno bricht sein Schweigen.
3. Szene: Ein Garten, Pamina schlafend
Pamina schläft im Garten, als sich Monostatos ihr nähert. Er ist von Liebe geschlagen. Als Monostatos sich Pamina nähert, erscheint die Königin der Nacht; Pamina erwacht und Monostatos lauscht, als die Königin Pamina einen Dolch gibt, mit dem sie Sarastro ermorden soll. Nach dem Abgang der Königin will Monostatos Paminas Liebe durch Offenlegung des Mordkomplotts erpressen. Sarastro kommt zu Hilfe, als er sie mit dem Dolch bedroht und erteilt ihm einen Verweis, woraufhin Monostatos sich der Königin der Nacht zuwendet.
4. Szene: Eine Halle im Prüfungstempel
Die zweite Prüfung Taminos und Papagenos. Wiederum kann Papageno sein Schweigen nicht einhalten, als ein altes Weib ihm Wasser reicht.
Die drei Knaben bringen Tamino und Papageno die Zauberflöte und das Glockenspiel. Pamina tritt auf, trotz ihres Schmerzes hält Tamino sein Schweigen ein. Pamina nimmt an, er liebe sie nicht mehr, und trauert.
5. Szene: Pyramiden
Die Priester besingen Taminos Tugend. Sarastro lobt Taminos Standhaftigkeit und kündigt zwei weitere Prüfungen und die Trennung Taminos und Paminas an.
6. Szene: Ein Saal im Prüfungstempel
Papageno ist alleine; ihm wird die Aufhebung seiner Strafe angekündigt. Die Alte erscheint und verwandelt sich in die jugendlich schöne Papagena. Die beiden müssen sich allerdings noch gedulden.
7. Szene: Im Garten
Pamina ist im Garten und beabsichtigt, aufgrund enttäuschter Liebe, ihrem Leben mit dem Dolch ein Ende zu setzen. Die drei Knaben können sie von ihrem Entschluss abbringen.
8. Szene: Steine, Wasser, Höhle mit Feuer
Tamino und Pamina treffen einander. Sie erhalten die Erlaubnis, miteinander zu sprechen und einander zu umarmen. Mit Hilfe der Zauberflöte gelangen sie sicher durch die letzte Prüfung, durch Feuer und Wasser zu schreiten.
9. Szene: Offenes Land
Papageno will sich erhängen, da er Papagena nicht zu gewinnen glaubt. Die drei Knaben raten ihm, das Glockenspiel anzustimmen, um Papagena herbeizubeschwören. Papagena erscheint, und die beiden finden zusammen.
10. Szene
Die Königin der Nacht und Monostatos, der für seine Mithilfe Pamina zur Gattin erhalten soll, dringen in den Tempel ein, um die Priester zu vernichten. Das Unternehmen scheitert und die Königin verliert ihre Macht, als Sarastro mit Tamino, Pamina und seinem Gefolge erscheint Schlussworte feiern die Geweihten, den Sieg der Sonne und der sittlichen Stärke über die Nacht und den Gewinn von Schönheit und Weisheit.
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