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Opernführer
Guiseppe VERDI 1813-1901
Guiseppe Verdi (1813-1901, Italiener), Sohn eines Schankwirtes, wurde von dem Mailänder Konservatoriumsdirektor als Schüler abgelehnt, errang mit 26 jähren seinen ersten großen Opernerfolg und konnte bald ganz von seinem Schaffen leben - zumeist auf seinem Mustergut Santa Agata. Vorübergehend Mitglied des italienischen Einheitsparlaments; lebte auch mehrere Jahre in Paris. Schrieb vor allem Opern.
Nabucco
Rigoletto
Der Troubadour
La Traviata
Ein Maskenball
Die Macht des Schicksals
Don Carlos
Simone Boccanegra
Aida
Othello
Falstaff
NABUCCO
Handelnde Personen
- Abigaille: Sopran erstgeborene Tochter von Nabucco
- Fenena: Mezzo-Sopran, zweitgeborene Tochter von Nabucco
- Anna: Sopran, Zaccarias Schwester
- Nabucco: Bariton, König von Babylon
- Ismaele: Tenor, König von Jerusalem, liebt Fenena
- Zaccaria: Bass, Hohepriester
- Hohepriester des Baal, Bass
ca 586 v.Chr
Die Hebräer und Leviten sind in Solomons Tempel versammelt, um das Schicksal der Israeliten zu beklagen, welche vor kurzem vom Babylonischen König Nabucco besiegt wurden. Dieser marschiert gerade in die Stadt ein. Der Hohepriester ermutigt seine Gefolgsleute, die Hoffnung nicht aufzugeben, da sie noch eine wertvolle Geisel, Fenena - Nabuccos Tochter, besitzen. Fenena wird durch Ismaele, Neffe des Königs Sedecia von Jerusalem, bewacht. Ismaele ist allerdings in Fenena verliebt, welche ihn unter großem persönlichen Risiko befreit hatte, als er Gefangener in Babylon war. Diese Gunst möchte er nun zurückgeben. Die zwei planen fortzulaufen, wenn Abigaille, von der jeder glaubt sie sei Nabuccos erstgeborene Tochter, an der Spitze von Babylonischen Soldaten, die als Hebräer verkleidet sind, den Tempel betritt. Abigaille offenbart Ismaele flüsternd ihre Liebe und bietet an, alle Hebräer freizulassen, wenn er ihre Liebe erwidert. Ismaele will sich nicht erpressen lassen. Während dessen begehrt eine Menge von Hebräern, die von Nabuccos Soldaten gejagt wurden, Zuflucht im Tempel. Dann taucht der König selbst an der Tür auf. Zaccaria droht Fenena zu töten, wenn Nabucco und seine Leute es wagen, den heiligen Platz zu missachten. Er hebt den Dolch, aber Ismaele schreitet ein und rettet sie vor dem Tod. Zaccaria verdammt den Verräter. Nabucco umarmt seine Tochter und befiehlt, den Tempel niederzubrennen.
Aus einem von Nabucco geheimgehaltenen Dokument erfährt Abigaille ihre wahre Herkunft. Sie ist nicht Nabuccos Erstgeborene, sondern die Tochter einer Sklavin.
Sie wird unterbrochen, aber ist entschlossen sich an Fenena zu rächen, der Nabucco den Thron anvertraut hat, während er die Hebräer bekämpft. Sie will ihre Rivalin töten, den Thron übernehmen und die Nachricht verbreiten, dass Nabucco tot sei. Ihr Vorhaben wird durch den Hohepriester des Baal unterstützt.
Zaccaria und seine Leute gehen zu Räumen, um sie zum jüdischen Glauben zu bekehren. Der Chor der Leviten verwünscht Ismaele, da er Fenena das Leben gerettet hat. Er scheint für jeden ein Verräter zu sein. Zaccaria befiehlt dem Chor Einhalt - Ismaele sei kein Verräter, da er das Leben einer Konvertierten gerettet hat. Abigaille ist gerade dabei ihren Plan auszuführen, als Nabucco unerwartet zurückkehrt. Er greift die Krone und erklärt sich selbst zum alleinigen König und Gott, den die Leute bis in alle Ewigkeit anbeten sollen. Bei diesen Worten schlägt ein Gewitter von Blitzen neben dem eingeschüchterten König. Eine übernatürliche Kraft hebt die Krone von seinem Kopf. In der folgenden Lähmung ergreift Abigaille die Krone.
Abigaille, die sich selbst zur Königin ernannt hat, sitzt auf dem Thron im Beisein des Hohepriesters, um die Huldigung der Adligen zu empfangen. Plötzlich erscheint der wahnsinnig gewordene Nabucco. Abigaille überlistet ihn, um das königliche Siegel zu bekommen, mit dem das Todesurteil der Hebräer, inklusive der konvertierten Fenena, ratifiziert werden kann. Nabucco erkennt den Trick zu spät, protestiert und droht Abigaille, die Details ihrer Geburt offenzulegen. Er sucht nach der Geburtsurkunde, aber Abigaille hat sie schon und zerreisst sie lachend in kleine Stücke. Sie übergibt den alten König den Wachen und lässt ihn einsperren. Nabucco verspricht den Thron abzutreten, wenn Abigaille Fenena verschont. Abigaille lehnt den Vorschlag aber mit einem sardonischen Lächeln ab.
Die Hebräer, zur harten Arbeit verdammt, beklagen ihr "schönes und entferntes Heimatland" und rufen den Herrn um Hilfe. Zaccaria ermutigt die Leute mit einer pathetischen Prophezeiung, dass eine furchtbare Rache Babylon heimsuchen wird.
Nabucco, der aus einem tiefen Schlaf voller Alpträume erwacht, hört Fenenas Namen von der Straße. Er stürzt zum Balkon und wieder zurück aus Verzweiflung, seine Tochter in Ketten zu sehen. Vergebens versucht er den Palast zu verlassen, nur um festzustellen, dass er selbst ein Gefangener ist. Dann kniet er nieder, um den Gott der Hebräer um Erbarmen anzuflehen. Plötzlich öffnet sich das Tor, und eine Gruppe königstreuer Wachen erscheint. Mit gezogenem Schwert folgen sie ihm, um seine Krone zurückzuforden und Fenena zu befreien.
Fenena wurde mit anderen Hebräern zum Opferaltar in den Hängenden Gärten gebracht. Der Hohepriester des Baal führt gerade die Opferzeremonie durch, als Nabucco und seine Gefolgsleute eintreten. Er befiehlt, das Götzenbild umzustürzen. Der Götze fällt, bevor er berührt wurde, zu Boden und zersplittert. Die Juden sind befreit und Nabucco ermahnt seine Leute, sich vor dem Gott der Juden, Jehovah, zu verneigen. Abigaille, besiegt auf ganzer Linie, vergiftet sich selbst. Bevor sie stirbt, bittet sie ihre Schwester um Vergebung.
RIGOLETTO
Handelnde Personen
- Herzog von Mantua - Tenor
- Rigoletto, sein Hofnarr - Bariton
- Gilda, dessen Tochter - Sopran
- Giovanna, Gildas Gesellschafterin - Alt
- Graf von Monterone - Bass
- Graf Ceprano - Bariton
- Gräfin Ceprano - Sopran
- Marullo, ein Kavalier - Bariton
- Borsa, ein Höfling - Tenor
- Sparafucile, ein Mörder - Bass
- Maddalena, dessen Schwester - Mezzosopran
Handlung
Die Oper handelt von Rigoletto, dem buckligen Hofnarren des Herzogs von Mantua, eines notorischen Frauenhelden und Wüstlings. Stets macht der Narr sich über die Opfer des Herzogs - gehörnte Ehemänner und enttäuschte Väter - lustig und überzieht sie mit beißendem Spott, bis das Schicksal ihn einholt.
Erster Akt:
Auf einem der rauschenden Feste des Herzogs denkt dieser an eine schöne Unbekannte, die er in der Kirche gesehen hat, wendet sich auf der Feier aber der Gräfin Ceprano zu, die er zu verführen gedenkt. Rigoletto verspottet den ebenfalls anwesenden Ehemann der Gräfin und unterbreitet dem Herzog vor der Hofgesellschaft den Vorschlag, den Mann der Gräfin zu verhaften, um ihn aus dem Weg zu schaffen und die Gräfin zu entführen. Selbst die intriganten Höflinge sind über die Bösartigkeit des buckligen Narren entsetzt. Einer der Höflinge behauptet, Rigoletto habe eine Geliebte, die er allabendlich besuche. Es entsteht der Plan, die vermeintliche Geliebte des boshaften Narren zu entführen, um ihm einen Denkzettel zu verpassen. Schließlich erscheint der Graf von Monterone, dessen Tochter vom Herzog entehrt wurde. Rigoletto verspottet auch ihn und wird dafür vom Grafen mit einem Fluch überzogen.
Zweiter Akt:
Im Palast berichtet der Chor der Höflinge dem Herzog, der von der Entführung nichts wusste, von der gelungenen Intrige. Dieser erkennt den Irrtum seines Gefolges, das Gilda immer noch für die Geliebte des Narren hält, und eilt zu ihr. Nunmehr erscheint der verzweifelte Rigoletto, der das Verschwinden seiner Tochter bemerkt hat und sie im Palast vermutet. Sie begegnen einander im Palast und entsetzt muss Rigoletto hören, dass seine Tochter sich in den Herzog verliebt hat. Trotz ihrer Bitten, dem Geliebten zu verzeihen, will Rigoletto Rache für die beschmutzte Ehre seiner Tochter.
Dritter Akt:
Um seiner Tochter den Charakter des Herzogs zu offenbaren, besucht er mit ihr die Schenke des Mörders Sparafucile und zwingt sie, dort zu beobachten, wie der als Offizier verkleidete Herzog ein Schäferstündchen mit Maddalena, der Schwester Sparafuciles, verbringt. Anschließend bittet er seine Tochter, als Mann verkleidet vor dem Herzog nach Verona zu fliehen und gewinnt sodann den Banditen Sparafucile dafür, den Herzog zu ermorden und ihm dessen Leiche in einem Sack zu übergeben. Als Sparafucile die Tat ausführen will, stellt sich seine Schwester in den Weg und bettelt um das Leben ihres Geliebten. Sparafucile lässt sich erweichen und beschließt, den nächsten Mann, der zur Tür hereintritt, zu ermorden, um Rigoletto einen mit einer Leiche gefüllten Sack übergeben zu können. Nunmehr betritt Gilda, die einen Teil des Gesprächs zwischen dem Mörder und seiner Schwester belauscht hat, - als Mann verkleidet - die Schenke, um den Herzog zu retten. Sie wird von Sparafucile erstochen. Als Rigoletto im Morgengrauen erscheint, um den Sack mit der Leiche in Empfang zu nehmen, glaubt er, seine Rache sei gelungen. Plötzlich hört er die Stimme des Herzogs, der ein Lied singt, als er die Schänke verlassen will. Erschrocken öffnet Rigoletto den Leichensack und hält seine sterbende Tochter im Arm. Der Fluch des Grafen Monterone hat sich erfüllt.
LA TRAVIATA
Handelnde Personen
- Violetta Valery, (Sopran)
- Flora Bervoix, Freundin von Violetta, (Mezzosopran)
- Annina, Dienerin und Vertraute Violettas (Sopran)
- Alfredo Germont, Geliebter Violettas (Tenor)
- Giorgio Germont, sein Vater (Bariton)
- Gastone, Bekannter von Violetta und Alfredo (Tenor)
- Barone Douphol, Bekannter Violettas, auch ihr Verehrer (Bariton)
- Marchese d'Orbigny, Bekannter Violettas (Bass)
- Dottore Grenvil, Violettas Arzt (Bass)
- Giuseppe, Violettas Diener, (Tenor)
Handlung
Die Handlung beruht auf dem Roman und dem Drama Die Kameliendame ("La dame aux camélias") von Alexandre Dumas d. J.: Alfredo, er ist aus gutem Haus, vom Land und sehr naiv, kommt nach Paris und lernt dort Violetta, eine Edel-Prostituierte, die an Tuberkulose leidet, kennen, in die er sich verliebt. Sie verliebt sich ebenfalls, kämpft jedoch mit ihren Gefühlen, da in ihrem Gewerbe Liebe das Ende bedeutet. Sie gibt sich jedoch der Liebe hin und zieht mit ihm aufs Land.
Alfredos Vater erkennt jedoch sofort, aus welchen Verhältnissen Violetta kommt, und fordert sie auf, auf Alfredo zu verzichten. Der Vater begründet den Verzicht darauf, dass Alfredos Schwester heiraten will, und dies nicht möglich ist, wenn Alfredo mit einer Prostituierten liiert ist. Violetta verzichtet und schickt ihm nach der Abreise einen Brief, in dem sie schreibt, dass sie ihn nicht mehr liebe.
Alfredo liest den Brief und glaubt, Violetta habe ihn wegen eines reichen Barons verlassen – er stellt ihr nach. Auf einem Fest des Barons beleidigt er ihn und Violetta öffentlich. Nun wird es unweigerlich zum Duell zwischen dem Baron und Alfredo kommen, wobei der Baron schwer verletzt wird.
Auf den Straßen von Paris Karneval: Violetta liegt verarmt im Sterben. Doktor Grenvil besucht die Kranke täglich. Ihren Lebenswillen erhält ein Brief des alten Germont, den sie wieder und wieder liest: Alfredo werde zu ihr zurückkehren und ihre Verzeihung erbitten. Ihre Stimmung schlägt um in Hoffnungslosigkeit (»Addio del passato«), da erscheint endlich der Ersehnte. Der Traum vom erneuerten Liebesbund ist nur kurz (»Parigi, o cara, noi lasceremo«). Giorgio Germont folgt seinem Sohn und bittet ebenfalls um Verzeihung. Violetta übergibt Alfredo ein Bild von sich, um nicht ganz vergessen zu werden. Er soll nach ihrem Tod heiraten. Sterbend vergibt sie ihrem Geliebten
DON CARLOS
Handelnde Personen
- König Philipp II. (Bass)
- Elisabeth de Valois, Tochter des Königs von Frankreich, später Königin von Spanien (Sopran)
- Don Carlos, Infant von Spanien, sein Sohn (Tenor)
- Prinzessin Eboli, Hofdame Elisabeths (Mezzosopran)
- Rodrigues (Rodrigo), Marquese von Posa, später Herzog von Posa, sein Freund (Bariton)
- Der Großinquisitor (Bass)
- Ein Mönch, früher Karl V. (Bass)
- Der Graf von Lerma (Tenor)
- Tebaldo, Page (Sopran)
Handlung
1. Akt: Im Wald Fontainebleau wartet der spanische Infant (Prinz) Don Carlos auf seine ihm versprochene Braut, die Prinzessin Elisabeth de Valois von Frankreich. Da die beiden sich noch nie gesehen haben, möchte er sie vor der Hochzeit inkognito kennen lernen. Als die Entourage mit ihrer Kutsche anhalten, stellt er sich als Gesandten Don Carlos' vor und verliebt sich in sie. Sie ist gespannt auf Ihren Verlobten und als er ihr ein Bild von Don Carlos zeigt, sieht sie, dass er vor ihr steht. Sie gestehen sich ihre Liebe.
Da kommt ein Bote, der die Nachricht bringt, dass der Frieden zwischen Frankreich und Spanien nur durch eine Hochzeit zwischen ihr und König Philipp, Don Carlos' Vater gesichert werden könnte. Sie müsse auf der Stelle ihre Zustimmung erteilen. Die verarmte Bevölkerung (im Wald?) fleht sie an, der Hochzeit zuzustimmen, doch ihr Herz möchte die eben gefundene Liebe zu Don Carlos behalten. Schließlich haucht sie ein stimmloses 'Oui', das Volk jubelt, aber für Elisabeth und Don Carlos bricht eine Welt zusammen.
2. Akt, 1. Bild: Vor dem Kloster St. Juste, in dem das Grab von Kaiser Karl V. liegt, bittet Don Carlos um Vergessen. Seine Verlobte Elisabeth hat seinen Vater geheiratet, er aber kann seine Liebe zu Elisabeth nicht verdrängen oder gar vergessen. Der Marquis von Posa, Rodrigue, kommt dazu und erzählt seinem Freund Don Carlos von den unsäglichen Zuständen in Flandern. Carlos erleichtert ihm sein Herz, er erzählt von seiner unerfüllbaren Liebe zu seiner Stiefmutter. Rodrigues schlägt Carlos vor, seine Sorgen in Flandern beim Kampf gegen die Unterdrückung zu vergessen. Sie schwören einander ewige Freundschaft.
2. Akt, 2. Bild: Im Garten des Kloster St. Juste vertreiben sich die Hofdamen der Königin mit der Prinzessin Eboli, die in Don Carlos verliebt ist, die Zeit mit Gesängen. Rodrigues gibt der Königin einen Brief ihrer Mutter aus Paris, dazu heimlich eine Notiz von Don Carlos. Darin bittet Carlos Elisabeth, dem Überbringer zu vertrauen, außerdem bittet er um ein Gespräch. Elisabeth stimmt zu. Don Carlos bittet Elisabeth, auf seinen Vater Einfluss zu nehmen, der ihm einen Einsatz in Flandern verweigert. Doch dann übermannt ihn seine Liebe, er fällt ihr zu Füßen, doch als er versucht, sie zu umarmen, stößt sie ihn weg und meint, er müsse seinen Vater töten, um sie zu bekommen. Philipp erscheint, nachdem Carlos verstört weggelaufen ist. Er hört sich den liberalen Rodrigues an, der mit ihm die Geschehnisse in Flandern besprechen will. Philipp beharrt auf seiner harten Hand, um die Kontrolle in Flandern zu behalten, doch er bewundert insgeheim Rodrigues für seine moderne und offene Art. Er macht sich Rodrigues zum Vertrauten und bittet ihn, ein Auge auf Don Carlos zu haben, doch warnt er ihn auch vor der (allmächtigen) Inquisition.
3. Akt, 1. Bild: Philipps Krönungsfeierlichkeiten gehen ihrem Höhepunkt entgegen. Elisabeth tauscht mit Prinzessin Eboli die Masken, um sich dem Trubel entziehen zu können. Don Carlos erscheint und gesteht der vermeintlichen Elisabeth erneut seine Liebe und ist entsetzt, als er feststellt, dass es sich um Eboli handelt. Eboli versteht die wahren Hintergründe und will ihn denunzieren. Plötzlich erscheint Rodrigues, der droht, die Prinzessin zu erdolchen. Don Carlos kann ihn jedoch davon abbringen. Rodrigues bittet Carlos, ihm verräterische Papiere zur Situation in Flandern auszuhändigen. Der zögert, weiß er doch, dass Rodrigues Vertrauter des Königs ist, lässt sich aber schließlich doch von der Treue seines Freundes überzeugen.
3. Akt, 2. Bild: In einer großen Zeremonie, dem Autodafé, werden als Höhepunkt der Feierlichkeiten Verräter und der Inquisition anheim fallende Ketzer verbrannt. Sechs flandrische Gesandte bitten um Gnade für ihr Land, die Bitte wird von Elisabeth, Rodrigues und Carlos unterstützt. Dieser erneuert seinen Wunsch, nach Flandern gehen zu dürfen. Als Philipp ablehnt, zieht Carlos das Schwert gegen den König, keiner wagt einzugreifen. Schließlich ist es Rodrigues, der Carlos die Waffe abnimmt, um Schlimmeres zu verhindern. Der König ernennt ihn zum Herzog, Don Carlos wird verhaftet. Das Autodafé beginnt.
4. Akt, 1. Bild: Im Arbeitszimmer sinniert der König über seine Sterblichkeit, seine Einsamkeit und sein Verhältnis zu seiner Frau Elisabeth, die ihn noch nie geliebt hat. Der blinde Großinquisitor erscheint und gibt dem König den Rat, Rodrigues der Inquisition zu übergeben, da dieser mit seinen liberalen Ansichten eine viel größere Gefahr darstelle als Don Carlos. Der König wehrt sich, da er Rodrigues als gleichrangigen Menschen, ja als Vertrauten, den einzigen, den er besitzt, ansieht. Doch der Großinquisitor, allem Irdischen längst entflohen, warnt Philipp, dass auch Könige sich vor der Inquisition verantworten müssen. Elisabeth beklagt sich vor dem König über den Diebstahl einer ihr wichtigen Schatulle mit persönlichen Dokumenten. Entsetzt reagiert sie, als der König ihr die Schatulle präsentiert, die er von Eboli erhalten hat. Als Philipp sie gewaltsam öffnet, findet er ein Bild von Don Carlos darin. Er beschuldigt sie der Untreue und verflucht sie. Als Rodrigues und Eboli zu Hilfe eilen, erkennt Eboli ihre Schuld, schilt Rodrigues den König ob seiner Unbeherrschtheit. Eboli gesteht der Königin nicht nur den Diebstahl, sondern bezichtigt sich auch des Ehebruchs mit dem König und gesteht ihre Liebe zu Don Carlos. Die Königin befiehlt ihr, den Hof am nächsten Tag zu verlassen. Allein gelassen will sie als letzte gute Tat Don Carlos retten.
4. Akt, 2. Bild: Rodrigues besucht Don Carlos im Gefängnis, um ihm Lebewohl zu sagen, denn die Papiere, die bei ihm gefunden wurden, verraten seine Schuld. Durch einen Schuss aus dem Hinterhalt wird Rodrigues tödlich getroffen. Sterbend teilt er seinem Freund noch mit, dass Elisabeth beim Kloster St. Juste auf ihn warte. Eboli hat das Volk mobilisiert, um Don Carlos freizulassen, doch der Aufstand wird durch den Großinquisitor und Philipp beendet.
5. Akt: Vor dem Grab Karls V. treffen sich Elisabeth und Don Carlos. Er hat das Träumen aufgegeben und will versuchen, Flandern zu retten. Sie sagen sich ein letztes Mal Lebewohl. Philipp und der Großinquisitor erwischen die beiden. Der König liefert seinen einzigen Sohn dem Großinquisitor aus und besiegelt dadurch den Tod Carlos.
AIDA
Handlung
Schauplatz der Oper ist Ägypten zur Zeit der Pharaonen. Die Titelfigur Aida ist eine nubische Prinzessin, die nach Ägypten in die Sklaverei verschleppt wurde. Der Heerführer Radames muss sich entscheiden zwischen seiner Liebe zu Aida und seiner Loyalität dem Pharao gegenüber bzw. der Hochzeit mit Amneris, der Tochter des Pharaos.
Erster Akt
Aida ist Tochter des nubischen Königs. Sie lebt als Sklavin am ägyptischen Hof und ist von tiefer Liebe zu Radames erfüllt. Als die Nubier nach Ägypten eindringen, um Aida zu befreien, soll Radames das Ägyptische Heer im Feldzug gegen die Äthiopier führen. Dieser ist zuversichtlich, nach dem Feldzug Aida zu heiraten. Amneris, die selbstbewusste Tochter des Ägypterpharaos, liebt den Feldherrn ebenfalls. Radames rückt nach einer feierlichen Zeremonie mit den Truppen aus. Aida ist hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu ihrem Land und zu Radames.
Zweiter Akt
Das ägyptische Heer hat gesiegt. Amneris erzählt Aida vor dem feierlichen Empfang des Radames, dass dieser in der Schlacht gefallen sei. Aida offenbart darauf der ägyptischen Prinzessin ihre Gefühle für den Feldherrn. Amneris erkennt nun Aida als ihre Rivalin. Sie befiehlt ihr, sie als Sklavin zum anstehenden Siegesfest zu begleiten. Der König von Ägypten empfängt vor den Toren Thebens feierlich Radames und seine Truppen. Er befiehlt, die im Krieg gefangenen Äthiopier vorzuführen. Einer der Gefangenen ist Amonastro, der äthiopische König und Aidas Vater. Er gibt sich in Theben als Unterführer aus und schildert den angeblichen Tod des äthiopischen Königs. Amonastro wie auch Radames bitten um die Freilassung der Gefangenen. Der Oberpriester Ramphis wie auch der König können sich diesen Bitten nicht mehr entziehen und lassen die Gefangenen frei. Lediglich Amonastro als Sprecher der Gefangenen und Aida als Tochter des äthiopischen Königs sollen als Geiseln zurückbehalten werden. Als Lohn für seinen erfolgreichen Feldzug soll Radames auf Wunsch des Königs dessen Tochter Amneris heiraten und nach dessen Tod selbst König von Ägypten werden.
Dritter Akt
Am Nilufer. Es ist Nacht. Im Hintergrund erhebt sich der Isistempel. Ramphis führt Amneris zum Tempel, in welchem sie in der Nacht vor ihrer Hochzeit zur Göttin Isis beten will. Heimlich wartet hier Aida auf Radames. Doch vorher erscheint ihr Vater. Er will seine Tochter dazu bewegen, Radames das Geheimnis zu entlocken, welchen Weg die ägyptischen Truppen einschlagen würden, um in Äthiopien einzufallen. Doch obwohl ihr der Vater mit ergreifenden Worten die ferne Heimat in Erinnerung ruft, widersetzt sich ihm die Tochter. Inzwischen kommt Radames, und Amonasro muß sich verbergen. Aida bittet den Geliebten, mit ihr aus Ägypten zu fliehen. Vielleicht kenne er einen geheimen Pfad, der von den ägyptischen Truppen nicht bewacht wurde. Da nennt ihr Radames, der nicht ahnt, dass er belauscht wird, die Napataschlucht; Triumphierend tritt nun Amonasro aus seinem Versteckt hervor und gibt sich als König der Äthiopier zu erkennen. Radames erkennt, dass er ungewollt sein Vaterland verraten und sich dadurch entehrt hat. Da tritt Amneris aus dem Tempel hervor und ruft "Verrat!". Amonasro stürzt sich auf sie, um sie zu erdolchen, aber Radames tritt dazwischen und verhindert die Bluttat. Er lehnt es aber ab, mit Aida und ihrem Vater zu fliehen. Dann reicht er dem herbeieilenden Ramphis sein Schwert und läßt sich ohne Widerstand gefangennehmen. Zwischenzeitlich ist es Amonasro gelungen, mit seiner Tochter Aida zu entkommen.
Vierter Akt
1.Szene: Vor den Türen des Gerichts im königlichen Palast. Saal im Palast des Pharaos, von dem ein Gang in den Gerichtssaal, ein anderer in das Gefängnis, in dem Radames gefangengehalten wird, führt. Amneris ist verzweifelt, zwischen Wut, Schmerz und Liebe hin- und hergerissen. Sie möchte Radames retten und läßt ihn vorführen. Sie beschwört ihn vergeblich, sich vor dem Gericht der Priester zu verteidigen, um sein Leben zu retten. Radames aber sieht keinen Sinn mehr in einem Leben ohne Aida, die er von Amneris getötet glaubt. Daraufhin berichtet Amneris, dass Amonasro gefallen sei, Aida jedoch habe fliehen können und am Leben sei. Sie verspricht Radames das Leben, den Thron und ihre Liebe, wenn er auf Aida verzichte. Radames ist aber zum Tode entschlossen und kehrt in sein unterirdisches Gefängnis zurück. Unsichtbar hört man die Anklage der Priester und vernimmt das dreimalige Schweigen Radames'. Er wird dazu verurteilt, in den Räumen unter dem Altar der Göttin lebendig begraben zu werden.
2.Szene: Ein Tempel mit einer Krypta. Während Radames in einem unterirdischen Gewölbe eingemauert ist, hofft er, dass Aida inzwischen in Äthiopien in Sicherheit ist. Nachdem der letzte Stein seinen Platz gefunden hat, vernimmt Radames einen Seufzer, sieht einen Schatten und erkennt Aida. Aida ist bei Tagesanbruch in die Krypta geschlichen, um mit ihm zu sterben. Gemeinsam nehmen die beiden Geliebten gelassen und verklärt Abschied von diesem "Tal der Tränen", während oben im Tempel die Priesterinnen singen und Anmeris trauernd zu Isis betet, Radames' Seele möge in Frieden Ruhe finden.
OTELLO
Handelnde Personen
- Otello (Mohr, Befehlshaber der venezianischen Flotte); Tenor
- Jago (Fähnrich); Bariton
- Cassio (Hauptmann); Tenor
- Rodrigo (ein edler Venezianer); Tenor
- Lodovicio (Gesandter der Rep. Venedig); Bass
- Montano (der Vorgänger Otellos auf Zypern); Bass
- Ein Herold; Bass
- Desdemona (Otellos Gemahlin); Sopran
- Emilia (Jagos Gattin); Mezzo Sopran
Handlung
Erster Akt: Ein Platz vor dem Schlosse
Bei einem gefährlichen Unwetter kehrt der Feldherr Otello siegreich vom Türkenkrieg mit seinem Schiff nach Hause zurück. Jubelnd empfängt ihn sein Volk. Mit Ausnahme von Jago. Jago ist sauer auf den Mohr, da er sich bei der Beförderung Cassios zum Hauptmann durch Otello übergangen fühlt. Jago fasst einen Racheplan. Als erstes will er Cassio beseitigen. Bei einer Freudenfeier über die Rückkehr Otellos macht Jago Cassio betrunken. Dann versteht er es Rodrigo, der ebenso wie Cassio Otellos Frau Desdemona anbetet, auf Cassio zu hetzen. Cassio zieht den Degen, und als der frühere Statthalter Montano den Streit schlichten will, verletzt er diesen mit dem Degen. Otello erscheint und ihm wird der Vorfall mitgeteilt. Daraufhin degradiert er Cassio. Das Volk wird nach Hause geschickt. Otello ist mit seiner Desdemona allein, und beide versichern einander ihrer Liebe.
Zweiter Akt: Ein ebenerdiger Saal im Schloss
Scheinheilig rät Jago Cassio, er solle bei Desdemona Fürbitte bei Otello anfragen. Nachdem Cassio gegangen ist, offenbart sich Jago in dem Credo. Genau im richtigen Augenblick erscheint Otello. Jago lenkt ganz unauffällig Otellos Aufmerksamkeit auf Cassio, der gerade bei Desdemona um Fürbitte nachfragt. Als Desdemona naht und Otello nach einer Begnadigung Cassios anspricht, weist er sie barsch zurück. Auf die Nachfrage seiner Verstimmung faselt Otello etwas von Kopfschmerz. Desdemona will ihm ein Tuch um den Kopf binden, welches Otello aber zu Boden wirft. Emilia, die Kammerfrau Desdemonas und Gattin Jagos, hebt es auf, Jago allerdings nimmt es ihr weg und steckt es selbst ein. Verwirrt entfernen sich die Frauen. Sogleich versteht es Jago Gift zu versprühen. Er spricht Otello gegenüber davon, dass Cassio im Schlaf von Desdemona redet. Otellos Misstrauen ist geweckt. Er verlangt aber Beweise. Jago erzählt, dass er bei Cassio ein weißes Spitzentüchlein gesehen habe, welches Otello einst Desdemona schenkte. Da schwört Otello Rache. Jago stimmt mit ein.
Dritter Akt: Der Hauptsaal des Schlosses
Jago und Otello verabreden sich im Hauptsaal des Schlosses. Da erscheint Desdemona. Otello heuchelt ihr Kopfschmerzen vor, und fragt dabei unauffällig nach dem Taschentuch. Desdemona versichert ihm, dass sie es verloren habe. Als sie danach noch ahnungslos um Fürsprache für Cassio bittet, beschimpft er sie als Dirne und drängt sie hinaus. Jago meldet Cassios Nahen und Otello versteckt sich. Geschickt verwickelt Jago Cassio in ein zweideutiges Gespräch, in dem Otello annehmen muss, dass Cassio eine Liebschaft mit Desdemona hat. Zugleich hat Jago insgeheim Cassio das Spitzentüchlein zugespielt, das Otello sodann in Cassios Händen sieht. Als Cassio gegangen ist, tritt Otello aus seinem Versteck hervor. Zuerst will er seine Frau vergiften, doch Jago rät ihm, sie im Bette zu erwürgen, dort wo sie gesündigt habe. Dann erscheint eine Delegation aus Venedig, die Otello aufträgt, sich sofort nach Venedig einzuschiffen. Cassio wird in der Zwischenzeit sein Stellvertreter. Der Name Cassio bringt Otello abermals in Wut. Und wieder tritt Desdemona hervor und setzt sich für Cassio ein. Otello schleudert Desdemona zu Boden, und als das Volk gegen den Rasenden protestieren will, jagt Otello dieses davon. Dann bricht er vor Erschöpfung zusammen. Jago triumphiert.
Vierter Akt: Schlafgemach der Desdemona
Desdemona bereitet sich auf die Bettruhe vor. Sie entlässt Emilia, singt ein trauriges Lied, betet und legt sich hin. Da erscheint Otello. Er löscht das Licht, küsst sie dreimal. Desdemona erwacht. Ihren Beteurungen von ihrer Treue und Liebe schenkt er keinen Glauben. Otello erwürgt sie. Emilia kommt in die Kammer gestürmt, sieht die sterbende Desdemona und schreit. Cassio, Ludovico und Jago eilen herbei. Als Montano kommt und Rodrigos letzte Worte wiedergibt, der im Kampf gegen Cassio doch den Kürzeren gezogen hat, wird plötzlich klar, dass Jago für alles verantwortlich ist. Jago versucht noch zu fliehen, wird aber ergriffen. Dann tritt Otello zu der ermordeten Geliebten, und ehe es die Umstehenden verhindern können, stößt er sich einen Dolch ins Herz.
FALSTAFF
Handelnde Personen
- Sir John Falstaff (Bariton, Sänger der Uraufführung: Victor Maurel)
- Ford, Alices Gatte (Bariton, Antonio Pini-Corsi)
- Fenton, verliebt in Nanetta (Tenor, Edoardo Garbin)
- Dr. Cajus (Tenor, Giovanni Paroli)
- Bardolfo, in Falstaffs Diensten (Tenor, Paolo Pelagalli-Rossetti)
- Pistola, ebenso (Bass, Vittorio Arimondi)
- Mrs. Alice Ford (Sopran, Emma Zilli)
- Nanetta, ihre Tochter (Sopran, Adelina Stehle)
- Mrs. Quickly, Freundin von Alice Ford (Mezzosopran, Giuseppina Pasqua)
- Mrs. Meg Page, ebenso (Mezzo, Virginia Guerrini)
- Der Wirt, Falstaffs Page Robin, ein Page bei Ford (stumme Rollen)
- Bürgerinnen und Bürger von Windsor (Chor)
Handlung
1. Akt / 1. Bild (im Gasthof zum Hosenband)
Dr. Cajus platzt in das Wirtshaus und beschuldigt Falstaff, sein Gesinde vergewaltigt und sein Pferd zuschanden geritten, dessen Diener Bardolfo und Pistola, ihn bestohlen zu haben. Falstaff gibt den Vorwurf zu, seine Diener bestreiten. Cajus weiß jedoch nicht, wer von beiden es war, und so urteilt Falstaff, er müsse die Klage abweisen. Cajus schwört, sich in Zukunft nur noch mit anständigen Leuten zu betrinken, und geht ab. Als der Wirt kommt, um Falstaff die Rechnung zu präsentieren, muss dieser erkennen, dass er pleite ist. Um wieder flüssig zu werden, hat er jedoch zwei – gleichlautende – Briefe an Mrs. Ford und Mrs. Page geschrieben. Er glaubt, dass sie seinem Charme erliegen und ihm die Kassen iher Ehemänner öffnen. Bardolfo und Pistola sollen die Briefe an die Frauen überbringen. Sie lehnen ab: Ihre Ehre verbiete es ihnen. Falstaff mokiert sich über die Ehre, sie ist bloß ein Wort, das vergeht. Er gibt seinem Pagen Robin die Briefe und jagt Bardolfo und Pistola mit dem Besen zum Wirtshaus hinaus.
2. Bild (im Garten bei Ford)
Die Briefe haben die beiden Frauen erreicht. Sie lesen sie sich gegenseitig vor und erkennen, dass sie – bis auf die Anrede – identisch sind. Aus Empörung darüber beschließen sie, ihm eine Lehre zu erteilen. Mrs. Quickly, eine gemeinsame Freundin, soll Falstaff einen Brief von Alice überbringen, in dem sie ihn zu einem Rendezvous einlädt, bei dem er wegen seiner Lüsternheit und Dickleibigkeit zum Gespött gemacht werden soll. Unterdessen hat auch Ford durch Bardolfo und Pistola erfahren, dass Falstaff seine Frau umgarnen will. Er will Falstaff mit Geld ködern, in sein Haus locken und ihn mit seiner Frau in flagranti erwischen. Während des ganzen Trubels schwören Fords Tochter Nanetta und Fenton in jeder stillen Minute einander ihre Liebe.
2. Akt/ 1. Bild (im Gasthof zum Hosenband)
Mrs. Quickly kommt und bringt Falstaff Alices Einladung: zwischen 2 und 3 soll er zu ihr kommen. Alles scheint zu seinen Gunsten zu laufen. Erst recht, als Ford kommt, sich als Herr Fontana (deutsch: Bach) vorstellt und ihm gesteht, er liebe Alice verzweifelt, aber die weise ihn immer nur ab. Wenn es Falstaff gelingen könnte, Alice zu verführen, würde vielleicht auch er bei ihr landen können. Dafür würde er auch einiges an Geld springen lassen. Falstaff gesteht ihm triumphierend, dass er bereits eine Verabredung mit ihr habe. Als er die Gaststube verlässt, um sich in Schale zu werfen, brechen Eifersucht und Wut offen aus Ford heraus. Er beherrscht sich jedoch, als Falstaff wieder erscheint. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg.
2. Bild (bei Ford)
Mrs. Quickly kündigt an, dass Falstaff auf dem Weg sei. Nanetta beklagt sich, dass ihr Vater sie Dr. Cajus versprochen habe. Alice beruhigt ihre Tochter damit, dass sie das verhindern werde. Falstaff kommt, ein altmodisches Ständchen singend. Als er sie umarmen will, kommt Mrs. Quickly herein: Die eifersüchtige Meg komme. Falstaff versteckt sich hinter einem Paravent. Kaum hat Meg die Szene betreten, kommt Mrs. Quickly ein zweites Mal: die Männer sind im Anmarsch. Überall suchen sie nach dem dicken Ritter. Der versteckt sich in einem Wäschekorb. Auch Nanetta und Fenton sind inzwischen hereingekommen und verstecken sich hinter dem Paravent. Als für einen Moment alles still ist, küssen sie sich laut. Ford glaubt nun, dass Falstaff sich dort versteckt habe und ordnet seine Leute zum Sturm auf den Paravent. Falstaff fürchtet derweil, in der Wäsche zu ersticken. Als Ford den Paravent umreißt, findet er jedoch nicht den Ritter, sondern das junge Liebespaar. Bevor er die beiden jedoch zur Rede stellen kann, glaubt einer seiner Leute, Falstaff anderswo gesehen zu haben. Während die Männer wieder abziehen, befiehlt Alice ihren Dienern, den Wäschekorb mit Falstaff zu nehmen und den Inhalt in die Themse zu schütten. Sie ruft die Männer zurück und mit lautem Gejohle wird der Korb in den Fluss entleert.
3. Akt/ 1. Bild (vor dem Gasthaus zum Hosenband)
Falstaff sitzt durchnässt und frierend vor dem Gasthaus und beklagt die Schlechtigkeit der Welt. Bei einer Kanne Glühwein erwachen jedoch seine Lebensgeister wieder. Als Quickly erscheint, um ihn zu einem neuen Rendezvous mit Alice einzuladen, lehnt er erst brüsk ab, lässt sich dann aber doch überreden. Um Mitternacht soll er sich bei Hernes Eiche im Park von Windsor einfinden, verkleidet als Schwarzer Jäger, mit einem Hirschgeweih auf dem Kopf. Den Trubel will Ford nutzen, um seine Tochter mit Dr. Cajus, verkleidet als Mönch, zu verheiraten. Mrs. Quickly hat ihn jedoch belauscht: Fenton wird ebenfalls als Mönch verkleidet erscheinen.
2. Bild (im Park von Windsor bei Hernes Eiche)
Im Mondschein besingt Fenton seine Liebe zu Nanetta. Falstaff erscheint verkleidet und auch Alice. Als er stürmisch auf sie eindringt, erscheinen plötzlich Nanetta und die Bürgerinnen von Windsor, verkleidet Feenkönigin mit ihrem Gefolge. Falstaff versteckt sich, wird aber bald gefunden und von den Bürgerinnen und Bürgern, die inzwischen auch gekommen sind, gepiesackt. Als er unter ihnen jedoch Bardolfo an seiner Schnapsfahne erkennt, durchschaut er den Spuk. Als Höhepunkt der Maskerade soll nun eine Doppelhochzeit stattfinden. Ford vermählt die beiden verkleideten Paare. Als sie die Verkleidung ablegen, erkennen alle, dass er Nanetta und Fenton verheiratet hat – und Dr. Cajus mit Bardolfo. Nach und nach stimmen alle in die Schlussfuge ein: Tutto nel mondo è burla, l’uom è nato burlone. (Alles ist Spass auf Erden, der Mensch als Narr geboren.)
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